Danke, Altötting!

Gestern ist in Altötting der erste “Adoratio”-Kongress in Deutschland zu Ende gegangen. Eigentlich bin ich “nur” beruflich vor Ort gewesen, um für EWTN und CNA Deutsch zu berichten.

Trotzdem haben mich die vergangen drei Tage auch persönlich berührt. Ein besonderer Dank gilt hierbei Bischof Stefan Oster, der als Gastgeber diese Veranstaltung erst möglich gemacht hat. Ein ganzer Kongress zum Thema “Anbetung”? Rein thematisch klang das im Vorfeld nicht unbedingt nach einem Kassenschlager, aber da an diesem Wochenende ohnehin keine Bundesliga lief (ich hasse die Länderspielpause!), blieben wenig Alternativen.

Gerade als katholischer Medienschaffender unterliegt man häufig dem Irrtum, man müsse in diesem hektischen Zeitalter zu allem eine Meinung haben und diese ungefragt in den Äther hinausblasen (q.e.d.). Doch dann fährt man nach Altötting, wundert sich über die außergewöhnliche Kircheninnenraumbeleuchtung, den miese Handyempfang (wenngleich das kein Wunder ist) und findet sich auf einmal auf den Knien vor dem ausgesetzten Allerheiligsten wieder.

Wir Katholiken glauben daran, dass Gott in diesem gewandelten Stück Brot tatsächlich bei uns ist. Man senkt den Blick, kommt zur Ruhe, hält endlich die Klappe und vergisst sich – wenigstens für einen Moment – selbst. Und in diesem Moment “hört” man endlich wieder die Person, über die man sich den ganzen Tag lang geschäftig den Mund faserig geredet hat: Jesus Christus.

Bei all den Fehlern und Sünden, die wir als seine Kirche begehen und begangen haben, bei all den komischen Gestalten, die da teilweise rumlaufen, geht es letztlich um einen, der größer ist als all das Gerede, das um Ihn gemacht wird. Und wenn man endlich den Mut und die Kraft findet, um vor Ihm in die Knie zu gehen und ruhig zu werden, trifft es einen oft tiefer und nachhaltiger als die schönen Lieder und Bücher, die über Ihn geschrieben werden (selbstverständlich sollte weiterhin über Ihn geschrieben werden, sonst müsste ich mir nen neuen Job suchen 😉).

Oft sieht man diese Momente im Vorfeld nicht kommen. Manchmal bleiben sie lange aus. Und manchmal treffen sie einen unvermittelt in der bayerischen Provinz. Dafür: Danke, Altötting!