Als Weihbischof Schwaderlapp die Klappe hielt

Kennen Sie ‘Papa Ante Portas’? Nicht? Wie, nur vom Namen her? Das geht ja gar nicht! Sie müssen den Film unbedingt mal sehen!” – Der Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp war ob meiner kulturellen Wissenslücke einigermaßen entsetzt. Meine Kollegen waren gerade dabei, sein Wohnzimmer in ein kleines Fernsehstudio umzuwandeln. Drei Tage lang sollten wir für den katholischen Fernsehsender EWTN.TV dort eine neue Serie aufnehmen. Und jetzt kannte dieser Typ, der ihn interviewen sollte, nicht einmal diesen Film-Klassiker von Loriot?

Schwaderlapp war Wochen zuvor von sich aus auf uns zugekommen. Eine Art “Grundkurs des Glaubens” wolle er auf die Beine stellen, eine Serie, die die grundsätzlichen Fragen des katholischen Glaubens behandle. Es war für uns die Gelegenheit, drei Jahre nach der letzten Staffel mit dem Passauer Bischof Stefan Oster eine neue Staffel von “Rudolf will’s wissen” zu drehen.

Sieht aus wie “Der Pate”, war aber ausgesprochen liebenswürdig, offenherzig und humorvoll: Weihbischof Dominikus Schwaderlapp hat sich für uns viel Zeit genommen und als Drehort sogar drei Tage lang sein Wohnzimmer zur Verfügung gestellt.

Der Weihbischof und ich hatten beschlossen, uns am Glaubensbekenntnis zu orientieren. Schließlich ist darin ja alles enthalten, was die Katholische Kirche glaubt. Satz für Satz wollten wir das Credo besprechen.

“Ich glaube an Gott, den Vater…” – so beginnt das Glaubensbekenntnis. Woher will man eigentlich wissen, dass es nur einen Gott gibt? Dass unser Gott der richtige ist? Warum ist Gott “Vater”? Warum “Vater” und nicht “Mutter”?

Diese und weitere Fragen haben wir besprochen und im Nu war die erste Folge schon im Kasten.

Am Ende haben wir vom 6. bis zum 8. Juli innerhalb von drei Tagen 14 Folgen mit jeweils 25 Minuten gedreht. Ich selbst habe die Gespräche mit Weihbischof Schwaderlapp als sehr kurzweilig, aufschlussreich und spannend empfunden. Ich bin als Kind wie selbstverständlich mit dem Glauben aufgewachsen und doch gab es noch Fragen, die ich immer mal stellen wollte. Viele Fragen, mit denen ich außerdem von Freunden und Bekannten im Alltag konfrontiert werde, sind ebenfalls in unsere Serie mit eingeflossen. Es war erstaunlich, wie gut vorbereitet und verständlich Schwaderlapp auf jede einzelne eingegangen ist. Letztlich war diese TV-Produktion für mich wie ein Crashkurs der Theologie und eine Art von geistlichen Exerzitien.

Jetzt steht jedoch erst einmal die Postproduktion an. Ich beneide meinen Kollegen nicht, der die ganzen Folgen nun schneiden und “fernsehfertig” machen darf. Anfang November 2020 soll die komplette Staffel dann bei EWTN.TV anlaufen – sowohl im regulären TV-Programm, als auch über den Internet-Livestream. Ich bin mir sicher, dass die einzelnen Folgen dann auch in der Mediathek abrufbar sein werden. All das wird EWTN noch rechtzeitig über die verschiedenen Kanäle bekanntgeben.

Bis dahin steht bei mir noch Loriot auf dem Programm. “Sie müssen sich unbedingt noch ‘Papa Ante Portas’ ansehen”, hatte Weihbischof Schwaderlapp nach dem Ende des Drehs noch einmal eindringlich gesagt. Auch dort sei die Wohnung mit Kamera-Equipment vollgestellt worden, er habe sofort diese Assoziation gehabt, als er gesehen hatte, wie wir sein Wohnzimmer zu einem improvisierten Studio gemacht haben.

Doch nachdem die letzte Klappe gefallen war, haben auch wir schließlich die Klappe gehalten. Aber sehen Sie selbst: