NEUER ARTIKEL: Der Standhafte

Joachim Kardinal Meisner war bekannt für seine Frömmigkeit, seine Geradlinigkeit und für seine kernigen Sprüche. All dies kommt noch einmal zusammen, wenn man die kürzlich erschienenen Memoiren des verstorbenen Kardinals liest. “Wer sich anpasst, kann gleich einpacken”, so lautet der Titel seiner Lebenserinnerungen und kaum ein Satz hätte die Lebenseinstellung des geborenen Schlesiers wohl besser auf den Punkt gebracht.

Für die katholische Wochenzeitung “DIE TAGESPOST” habe ich eine Rezension verfasst, die in der letzten Ausgabe erschienen ist und nun hier auch online veröffentlicht wurde.

Die Journalistin Gudrun Schmidt hat sich vor dem Tod Meisners mehrfach mit dem Kardinal getroffen, um dessen Erinnerungen aufzuschreiben. Er habe anschließend noch einmal drüber gelesen und seine Anmerkungen gemacht, bis er den finalen Text für gut befunden habe, so Schmidt. Nach seinem Tod sollte das Buch dann erst erscheinen, nicht zu früh, aber auch nicht zu spät – so hatte es der Kardinal verfügt.

Auch wenn seine Zeit als Erzbischof von Köln im Vergleich zur Jugend Meisners oder seine Amtszeit als Bischof von Berlin eher kurz abgehandelt wird, lässt sich das Buch gut lesen. Auch der Ton des Kardinals ist erstaunlich gut getroffen. Bei so mancher Anekdote sieht man ihn direkt vor sich, ob es die Begegnung mit Angela Merkel in Köln oder mit Erich Honecker in Berlin ist.

In einem Interview, das ich kürzlich für EWTN.TV mit dem Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp führte, sprach dieser immer wieder vom Humor Meisners. Auch dieser Charakterzug kommt bei aller Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit – teils ohne Rücksicht auf Verluste – bei den Memoiren immer wieder durch.

Letztendlich kann ich das Buch trotz kleiner Schwächen empfehlen. Wer mehr wissen will, lese jedoch zunächst mal meine Rezension bei der “TAGSPOST”