Vielen Dank für die Glückwünsche – wirklich!

Am gestrigen Dienstag bin ich 28 Jahre alt geworden. Viele Menschen haben mir gratuliert, was sicherlich auch daran lag, dass meine Facebook-Freunde automatisch informiert wurden, dass der 28. September nun mal mein Geburtstag ist. Früher habe ich deshalb mal ein falsches Geburtsdatum bei Facebook angegeben, einfach nur, weil ich die Leute blamieren wollte, wenn sie mir am falschen Tag gratulieren. Ich fand es zunächst affig, jemandem “Alles Gute” an die Facebook-Pinnwand zu schreiben, nur, weil das große Rechenzentrum einen halt daran erinnert. Daher hatte ich diese Falle gebaut. Letztlich hatte ich zwar eine Zeit lang Spaß damit, aber mit der Zeit auch weniger Freunde…

Jetzt muss ich sagen, dass ich mich über die Geburtstagsglückwünsche wirklich sehr gefreut habe. Sogar über jene, die ein Liedchen für mich gesungen haben. Vielleicht liegt es am Alter, aber ich war tatsächlich sehr gerührt über die vielen Nachrichten. Vielen Dank dafür!

Darunter waren auch Nachrichten von Personen, die ich noch nie gesehen habe, die mir aber schrieben, dass meine Arbeit sie in irgendeiner Form erreicht und berührt hat. Auch dafür möchte ich danken.

Ich werde wegen meiner Arbeit und meines Glaubens gelegentlich verspottet, manchmal gemieden und oft in eine schmuddelige Spießer-Ecke gesteckt. Gott weiß, nicht immer ist die Kritik an meiner Person komplett falsch. Doch es gibt auch Momente, in denen ich mich frage, ob meine Arbeit überhaupt etwas bringt. In denen ich das Gefühl habe, dass es den Menschen da draußen komplett am Arsch vorbeigeht, wofür ich mich einsetze. 

Es ist okay und ihr gutes Recht, doch es wäre eine Lüge zu behaupten, dieses „der-letzte-Mohikaner-Feeling“ wäre überhaupt kein Problem für mich.

Ich will nicht rumheulen. Ich habe mir den Beruf des katholischen Journalisten in dieser speziellen Nische selbst ausgesucht. Ich will nicht darüber jammern, dass manche Menschen – auch Leute aus dem eigenen Lager – hin und wieder ihren Mist über mich auskippen und sich an dem abzuarbeiten glauben, was sie für „die Kirche“ halten. Ich nehme es ernst, dass viele Menschen total beschissene Erfahrungen mit der Kirche gemacht haben.

Aber: Ich liebe meinen Job! Hätte ich nicht das Gefühl das Richtige zu tun – und wäre ich nicht so eitel (ich gebe es ja zu)-, hätte ich vermutlich schon hingeschmissen. Manchmal sind es eben diese einfachen Worte – von langjährigen Freunden und von wildfremden Menschen – die einem die Seele streicheln und Kraft geben. Deshalb von Herzen vielen Dank für Eure Nachrichten!

Und damit dieser ichbezogene Text nicht zu eitel endet, noch ein paar kluge Worte zum Schluss, die ich aus einem Computerspiel geklaut habe:

„There is nothing to be afraid of, Mr. Morgan. Take a gamble that love exists, and do a loving act.“ (Zitat von Mutter Oberin Calderón aus: Red Dead Redemption 2)

P.S.: Im August ist übrigens ein Buch von mir erschienen, das ich gemeinsam mit Bischof Stefan Oster geschrieben habe. Dabei geht es (am Rande) auch um meine persönliche Berufung zum Journalisten. Wenn Interesse besteht, hier gibt es mehr Informationen und auch die Bestellmöglichkeiten.

Foto: Zuzana Jakabová, 2021