“Synodaler Weg”: Paukenschlag aus Köln, Durchhalte-Parolen aus Limburg

Wie verbindlich ist eigentlich das Lehramt der Katholischen Kirche? Gerade in Hinblick auf die Sexualität wird diese Frage in Deutschland erneut diskutiert. Einmal mehr macht der sogenannte „Synodale Weg“ als möglicher Gegner der bisherigen Kirchenlehre auf sich aufmerksam. Und das, obwohl bereits von Anfang festgelegt war, dass zumindest der „Synodale Weg“ kirchenrechtlich unverbindlich bleibt.

Am gestrigen Donnerstag überraschte der Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp mit einem Paukenschlag: In einem Interview mit der katholischen Wochenzeitung „DIE TAGESPOST“ teilte er mit, dass er seine Arbeit im Synodalforum beenden wird. Dieses Forum, das unter dem Titel „Leben in gelingenden Beziehungen“ steht, beschäftigt sich vor allem mit der Sexualmoral der Kirche.

“Wenn das Fundament eines Hauses in Treibsand gesetzt ist, vermag ich nicht daran mitzubauen”, so begründete der Weihbischof gegenüber in der “TAGESPOST” seine Entscheidung.

Was war passiert?

Im Synodalforum sei ein Arbeitspapier verabschiedet worden, das ganz offen eine Änderung der bisherigen, verbindlichen Auffassung der Kirche forderte, unter dem Stichwort: „Weiterentwicklung der katholischen Sexuallehre“. Darin wurde unter anderem behauptet, dass die Sexualität des Menschen „polyvalent“ sei.

Unter diesen Voraussetzungen könnten schließlich empfängnisverhütende Maßnahmen ebenso gerechtfertigt werden wie Masturbation oder homosexueller Geschlechtsverkehr. Auch das “Nein” der Kirche zur Praxis der künstlichen Befruchtung sollte auf Grundlage des Arbeitspapiers “neu bewertet” werden – dies alles waren jedoch Schritte, die der Kölner Weihbischof nicht mitgehen wollte.

Im Gespräch mit CNA Deutsch wies Schwaderlapp noch einmal die Schätze und die Schönheit der kirchlichen Sexuallehre hin. Sexualität, so seine Überzeugung, ist in seiner ganzen Fülle ein „Gottesgeschenk“. Liebe und Fruchtbarkeit dürfen nicht getrennt werden.

Da allerdings im Synodalforum eine Grundsatzdebatte über das vorgelegte Arbeitspapier mit großer Mehrheit abgelehnt wurde, sah sich Schwaderlapp schließlich gezwungen, die Mitarbeit zu beenden. Gegenüber uns sagte der Kölner Weihbischof wörtlich:

“Die wachsende Distanz zwischen Lehre der Kirche und Leben der Gläubigen offenbart aber nach meiner Meinung auch: Gerade die Verkündigung der Sexualität als Gottesgeschenk, das herausfordert, haben wir – zumindest in Deutschland – in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt. Das muss sich dringend ändern.”

Dass sich etwas ändern muss, davon ist auch der aktuelle Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, überzeugt. Der Limburger Bischof hat sich einmal mehr dafür ausgesprochen, die Lehre der Kirche auch in grundlegenden Punkten „weiterzuentwickeln“, wie er es formuliert. Faktisch jedoch verfolgt er damit eine bestimmte Ausrichtung des „Synodalen Weges“, die dasselbe Ziel im Visier hat wie die Arbeitsgruppe, die Weihbischof Schwaderlapp nun unter Protest verlassen hat: Nämlich eine Außerkraftsetzung bisheriger verbindlicher Kirchendokumente.

Bischof Bätzing erklärte in einem Interview mit “Publik Forum”:

“Mehrere Päpste haben betont, die Frage der Zulassung von Frauen zum Priesteramt sei eine geschlossene Frage“.

Da mache auch Papst Franziskus keine Ausnahme. Dennoch müsse man weiter im Gespräch bleiben und die Situation „neu bewerten“. Auch bei der Möglichkeit, homosexuellen Paaren einen kirchlichen Segen zu erteilen, sieht der DBK-Vorsitzende Spielraum. 

Noch eindeutiger wird Bätzing allerdings bei der Frage zur Interkommunion. Wörtlich:

“Christinnen und Christen können mit guten Argumenten und nach eigenem Gewissen entscheiden, an der Eucharistie- oder Abendmahlsfeier der je anderen Konfession teilzunehmen, weil es im Sinngehalt dessen, was wir glauben und feiern, doch mittlerweile so viel Übereinstimmung gibt.”

Ausländische Beobachter hatten mehrfach die Befürchtung geäußert, dass die Initiatoren des „Synodalen Weges“ – inklusive eines Großteils der deutschen Bischofskonferenz – einen deutschen Sonderweg anstreben.

Nach jetzigem Stand scheinen sich diese Prognosen zu bestätigen. Dass Teile der Kirchenleitung aus Treue zur Lehre der Kirche und aus Gewissensgründen vorzeitig aussteigen wie im Fall des Kölner Weihbischofs Dominikus Schwaderlapp, bleibt bis jetzt noch eine Ausnahme. 

Inwieweit sich die Situation noch zuspitzt und ob oder wann ein päpstliches Machtwort aus Rom vorzeitig die Notbremse ziehen wird, dürfte noch unklar sein. Die Initiatoren selbst rechnen jedoch mit einem langen Atem: Am Freitag gaben sie bekannt, dass sie den „Synodalen Weg“ aufgrund der Corona-Krise nicht schon im Oktober 2021, sondern erst im Februar 2022 beenden werden.

Dieser Text erschien (fast) inhaltsgleich zunächst im letzten Podcast-Beitrag von CNA Deutsch.

Das vielleicht beste Ostern – mit Abstand!

Es war nur ein kleines Kuvert, das ich am Gründonnerstag an der Klosterpforte abgeben musste. Darin befand sich ein kleiner Zettel, der eng beschrieben war. Der Inhalt jedoch war hochbrisant. Ich legte das Kuvert an der Tür ab, nachdem ich es ausreichend desinfiziert hatte. Die Nonne hinter der Glaswand nickte mir vielsagend zu. Dann verschwand ich. Sie würde das Kuvert nun holen und weiterreichen an den Mann, der hundert Meter weiter am Fenster auf mich wartete. Nachdem er meinen Zettel gelesen hatte, öffnete er das Fenster, sprach mir aufmunternde Worte zu und erteilte mir im sicheren Abstand von zwei Metern die Lossprechung.

Mit Sicherheit war das die außergewöhnlichste Osterbeichte, die ich bisher abgelegt hatte. Und sie war auch nur eine von vielen kreativen Möglichkeiten, die sich Seelsorger momentan einfallen lassen, um den Gläubigen gerade jetzt irgendwie die Sakramente zugänglich zu machen.

Doch es gibt auch Katholiken, die einen ganz anderen Weg wählen. Zum Beispiel: Den Rechtsweg. 

Mittlerweile sollen offenbar gleich drei Eilanträge dem Bundesverfassungsgericht vorliegen. Wie CNA Deutsch bereits am Donnerstag berichtete, möchte unter anderem das Berliner Institut Sankt Phillipp Neri in die nächste Instanz gehen, nachdem die Klage gegen das Verbot öffentlicher Gottesdienste am Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg abgewiesen wurde. Wie wir am Karfreitag erfahren haben, sollen demnach zwei weitere Personen einen Eilantrag gestellt haben.

Ein Mann aus Hessen, der in erster Instanz noch am Hessischen Verwaltungsgerichtshof mit seiner Klage gescheitert war, soll nun offenbar ebenfalls einen Eilantrag am Verfassungsgericht eingereicht haben. Auch eine Anwältin aus Heidelberg hat sich an das Gericht gewandt. Sie wirft dem Staat Verletzung der Grundrechte vor, die aus den Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie resultieren. Dadurch werde auch das Recht auf ungestörte Religionsausübung verletzt, argumentiert die Klägerin. Ein weiterer Eilantrag wurde bereits am Gründonnerstag vom bayerischen Verwaltungsgerichtshof abgelehnt.

Gerald Goesche, der Probst des Instituts Sankt Philipp Neri, hatte gegenüber CNA Deutsch seine Klage damit begründet, dass es der Regierung nicht zustehe, durch das Verbot die Art und Weise der Religionsausübung zu bestimmen. “Aktuell wird vom Staat ganz schön in die Kirche hineinregiert”, sagte uns Probst Goesche am Telefon.

Ob die Klagen Erfolg haben werden, ist eher unwahrscheinlich. In den bisherigen Gerichtsurteilen wurde eine Lockerung der momentanen Regelung unter anderem deswegen abgelehnt, da die Einschränkung der Religionsfreiheit zum einen nur vorübergehend sei und zum anderen der Schutz des menschlichen Lebens oberste Priorität habe.

Ohne Anwalt, doch mit viel Kreativität versuchen derweil das Kolpingwerk und Kirchenzeitung des Bistums Hildesheim das Beste aus der Situation zu machen. Wie gestern bekannt gegeben wurde, soll am Ostersonntag auf dem Hildesheimer Volksfestplatz ein katholischer „Drive-in“-Gottesdienst mit Eucharistischer Anbetung stattfinden. Nach dem Vorbild eines Autokinos sollen die Teilnehmer der Messe mit dem Pkw anreisen und im Auto sitzen bleiben. Auf einer Bühne soll der Altar aufgebaut werden, den Ton können die Gläubigen über das Autoradio empfangen. Zwar kann aufgrund der Infektionsgefahr keine Eucharistie ausgeteilt werden, doch die Veranstalter laden alle Teilnehmer dazu ein, das Gotteslob mitzubringen und die Kirchenlieder im Auto kräftig mitzusingen.

Positiver Nebeneffekt: Laut einer Studie aus dem Jahr 2016, die die University of Gothenburg in Schweden in Auftrag gegeben hatte, leben diejenigen Menschen gesünder und glücklicher, die hin und wieder laut im Auto mitsingen…

Wenn Sie keine Möglichkeiten haben an einem solchen Gottesdienst teilzunehmen, schauen Sie gerne mal bei den Kollegen des katholischen Fernsehsenders EWTN vorbei. Unter www.ewtn.tv finden Sie zahlreiche Möglichkeiten zur Mitfeier am Fernseher und über den Internet-Livestream.

Wie auch immer Sie die Kar- und Ostertrage verbringen müssen, vergessen Sie eines nicht:

Ostern ist immer noch das wichtigste Ereignis der Menschheitsgeschichte.

Auch in diesem Jahr.

Und zwar: Mit Abstand.

Dieser Text war die Vorlage für meinen Beitrag zum aktuellen CNA-Deutsch-Podcast. Wenn Sie lesefaul sind, können Sie ihn sich dort nochmal vortragen lassen.

Ihr könnt nachhause fahr‘n!

Keiner weiß, wie lange und wie schlimm diese Corona-Krise noch sein wird. Klar ist auch, dass alles eines Tages wieder vorüber sein wird.

Doch wir wissen noch nicht wie und wir wissen noch nicht wann. Bis dahin gilt:

Bleiben Sie zuhause. Bleiben Sie ruhig. Und – bleiben (oder werden) Sie katholisch!

Erkenntnisse aus der Corona-Krise

Es sind Aktionen wie diese, die in der jetzigen verwirrenden, beängstigenden Zeit deutlich machen, was der wahre Schatz der Kirche ist. Nicht Hochglanzbroschüren, Flashmobs, Gremien und Verbände, die zwar auch ihre Berechtigung und Anteil haben.

Nein. Was, was wirklich zählt, ist der direkte und unmittelbare Kontakt zu Gott.

Während – berechtigterweise – angeraten wird, soziale Kontakte vorerst einzuschränken, bleibt Gott berührbar und nahe.

Dies wird auch der viel gescholtenen “Amtskirche” neu bewusst. Plötzlich sprießen Live-Übertragungen von Heiligen Messen allerorts aus dem Boden, auch dort, wo man einst noch große Skepsis gegenüber Sendern wie EWTN hatte, die seit nun 20 Jahren mindestens zwei Heilige Messen pro Tage live übertragen. Bisher haben vor allem Alte und Kranke davon profitiert, die sonntags nicht mehr den Weg in die Kirche schafften.

Jetzt profitieren wir alle davon.

Und dann ist da noch der plötzlich wieder aufgeflammte Hunger nach Jesus Christus in der Eucharistie. Anbetungsstunden werden live übertragen und – so scheint es zumindest – öfter angeboten als sonst. Ich zitiere aus der Pressemitteilung des Bistums Paderborn:

“Im Paderborner Dom können Gläubige jetzt jeden Tag vor dem Allerheiligsten beten, zur Ruhe kommen und Kraft finden in der Corona-Krise, die sich auf alle Gesellschaftsbereiche ausdehnt. Das Allerheiligste wird täglich von 17 bis 18 Uhr im Altarraum des Paderborner Domes zur eucharistischen Anbetung ausgesetzt. Das Angebot wurde heute bereits von einigen Gläubigen genutzt, die – mit dem nötigen Sicherheitsabstand – in den Bänken der Paderborner Bischofskirche beteten.”

Keiner von uns weiß, wie sich diese Krise weiter entwickeln wird. Die einzige Gewissheit, die wir momentan haben, ist dennoch hoffnungsvoller, als sie zunächst scheint:

Gott ist mit uns. Egal, was kommt.

Ich hoffe nur, wir können uns an diese Zusage auch dann noch erinnern, wenn diese Krise überstanden ist und wir in die Normalität zurückkehren können.

Weitere Infos:

Live-Übertragungen

…von Heiligen Messen, dem Rosenkranz und Anbetungsstunden: Hier bei EWTN.TV via Satellit und Internet-Livestream. Die Sendezeiten gibt es hier in der Wochenübersicht (PDF-Dokument zum Herunterladen, Ausdrucken, Weiterleiten…)

Alle Neuigkeiten zur Corona-Pandemie

Die katholische Nachrichtenagentur CNA Deutsch informiert regelmäßig über die neuesten Entwicklungen und die Auswirkungen auf das kirchliche Leben. Der Newsticker wird laufend aktualisiert.

Habemus neuen DBK-Vorsitzenden!

Heute ist in Mainz am Rande der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) der neue Vorsitzende gewählt worden. Es ist der Limburger Bischof Georg Bätzing.

Die Pressekonferenz um 13.00 Uhr war bemerkenswert. Aber lesen Sie selbst.

Der letzte Arbeitstag von Kardinal Marx – und nun?

Etwa eine Stunde – so viel oder so wenig Zeit wollen sich Deutschlands Bischöfe am morgigen Dienstag nehmen, um den neuen Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz zu wählen. Dieses Amt hatte bisher der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx inne. 2014 wurde er von der Vollversammlung in dieses Amt gewählt und war damit in den letzten sechs Jahren DAS Gesicht der Bischofskonferenz. Auf der Frühjahrsvollversammlung der DBK, die von Montag bis Donnerstag in Mainz stattfinden wird, müssen die Bischöfe nun einen neuen Vorsitzenden wählen. Kardinal Marx hatte bereits im Vorfeld angekündigt, dass er für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung stehe.

Diesen Schritt begründete er so:

„Meine Überlegung ist, dass ich am Ende einer möglichen zweiten Amtszeit 72 Jahre alt wäre, und dann auch das Ende meiner Aufgabe als Erzbischof von München und Freising nahe sein wird. Ich finde, es sollte die jüngere Generation an die Reihe kommen. Und vielleicht ist es auch gut, wenn es häufiger einen Wechsel in dieser Aufgabe gibt. Ich habe das Amt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz sehr gerne ausgeübt, aber ‚alles hat seine Zeit‘“

Einen „häufigeren Wechsel“ hat auch der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer ins Gespräch gebracht. Im Interview mit der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“ regte er ein paar Änderungen an. Ihm schwebe ein Modell vor, wonach alle Erzbischöfe in alphabetischer Reihenfolge das Amt übernähmen, allerdings nur für drei statt der bisher vorgesehenen sechs Jahre. Demnach wäre erst der Erzbischof von Bamberg, dann nach jeweils drei Jahren Berlin, Freiburg, Hamburg, Köln, München und Paderborn an der Reihe.

Diese Modell, so Voderholzer, passe “recht gut zum katholischen Verständnis von Kirche und auch zu den Überlegungen von Papst Franziskus”. Dadurch würde auch die Personaldebatte entfallen, ebenso “ein wie auch immer gearteter Wahlkampf, und eben deshalb auch die damit verbundene Politisierung”. Voderholzer sagte der Tagespost, er möchte, dass die Bischöfe “in Ruhe” über diesen Vorschlag reden, “auch wenn wir dann erst in der Herbstvollversammlung zu einer Entscheidung gelangen”.

Wie wird aber bisher der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz gewählt? Auch damit habe ich mich intensiv auseinandergesetzt und dafür die Statuten der DBK gewälzt. Alle Hintergründe zum wohl wichtigsten Kleriker-Gremium in Deutschland, sowie Antworten auf die entscheidenden Fragen (“Kann ein Vorsitzender die Lehre der Kirche verändern?” oder “Darf man den Vorsitzenden unter Umständen vorzeitig abwählen?”) finden Sie hier in meinem Artikel für CNA Deutsch.

Mit Spannung wird ebenfalls erwartet, welche Impulse der neue DBK-Vorsitzende dem sogenannten „Synodalen Weg“ geben wird. Dieser Prozess läuft seit dem ersten Adventssonntag und wurde bislang von Kardinal Marx entscheidend mitgeprägt. Doch selbst innerhalb des Bischofkollegiums ist der „Synodale Weg“ nicht unumstritten. Nach der ersten Synodalversammlung Ende Januar in Frankfurt sprach beispielsweise der Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki, davon, dass all seine Befürchtungen eingetroffen seien. Er bezeichnete die Versammlung sogar als „quasi protestantisches Kirchenparlament“. 

Diese Aussage ist bei einigen auf massive Kritik gestoßen und hatte unter anderem zufolge, dass ein ehemaliger Mitarbeiter des Westdeutschen Rundfunks eine Online-Petition gegen Woelki startete. Am letzten Montag zog schließlich eine Gruppe von Befürwortern des Kölner Erzbischofs nach und startete eine Gegenpetition. Bislang hatte sich der Kardinal nicht zu den Geschehnissen geäußert.

Bislang! Am letzten Freitag schließlich sprach Kardinal Woelki erstmals über die Online-Petitionen und ging im Interview mit CNA Deutsch dabei auch auf seine Kritiker ein. Wir haben außerdem mit ihm über den „Synodalen Weg“ gesprochen, für den er weiterhin Optimierungsbedarf sieht.

Das komplette Exklusiv-Interview mit Kardinal Woelki gibt es hier zum Nachlesen!

P.S.: Große Teile dieses Artikels (also eigentlich fast alle) habe ich fast 1:1 übernommen aus meinem Beitrag für den letzten CNA-Podcast. Wer meine Stimme nicht ertragen kann, darf deshalb gerne öfter hier auf dieser Seite vorbeischauen…

Titelbild: (c) Rudolf Gehrig / CNA Deutsch

NEUER ARTIKEL: Was hat Johannes Hartl mit Campino von den Toten Hosen gemeinsam?

Es lässt sich nicht abstreiten, dass er ein gewisses Charisma ausstrahlt, wie er so da vorne steht, das Mikrofon in die Hand nimmt und feierlich in die Menge schaut. Die Arena ist ein Tollhaus, der frenetische Applaus hinterlässt eine sichtbare Wirkung auf den Mann da vorne. Als er zu sprechen beginnt, ebben die Jubelchöre nach und nach ab. Er erzählt etwas von Liebe und Schmerz und wie eng beides oft miteinander verwoben ist. Dann sagt er, dass er mit seinen Freunden ein Lied darüber geschrieben hat, das sie gleich spielen werden.

„Ich will eure Hände sehen“, ruft der Mann. Er hat die Menge voll im Griff. Sie ist sein Geschäft, seine Einnahmequelle. Wenn er auf der Bühne steht, philosophiert er über Gott und die Welt, die Menschen hängen ihm gebannt an den Lippen. Und Musik macht er auch noch.

Heute sind sie wieder alle da, Katholiken und Protestanten, überzeugte Atheisten und Heiden. Und während der Gitarrist den ersten Riff anschlägt, wird die Stimme des Mannes fast zum Brüllen, als er das nächste Lied ankündigt: „Dieses Stück heißt: ‚Alles aus Liebe‘!“

Nein, auch wenn es vielleicht auf den ersten Blick so klingen mag: Es geht in meiner Einleitung nicht um den Prediger und Theologen Johannes Hartl. Die Rede ist zunächst von Campino, dem Frontmann der (ehemaligen) Punkband “Die Toten Hosen”.

Was die beiden gemeinsam haben und warum mich die letzte MEHR-Konferenz an mein letztes Hosen-Konzert erinnert hat – darüber habe ich in meiner neuen Kolumne für das VATICAN-Magazin geschrieben.

Die Februar-Ausgabe des VATICAN-Magazins, schlecht abfotografiert (man beachte den Schatten meines Armes…).

Den kompletten Beitrag gibt es hier online. Abo lohnt sich!

NEUER ARTIKEL: Wie laut schwieg Pius XII.?

Wie hat sich Papst Pius XII. während des Holocaust verhalten? Was hat er für die verfolgten Juden getan? Und wie kam es dazu, dass noch heute behauptet wird, er hätte “geschwiegen” oder gar tatenlos zugesehen? – Mit diesen und weiteren Fragen hatte sich eine Expertenrunde am 27. Januar 2020 zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers in Auschwitz die Konferenz „Der Vatikan und der Holocaust“ auseinandergesetzt.

Neben meinem Porträt über den Lemberger Erzbischof Mieczyslaw Mokrzycki ist dies mein zweiter Beitrag in der Ausgabe der katholischen Wochenzeitung “Die Tagespost” vom 30. Januar 2020. Er erschien auf Seite 16.

Online ist der gesamte Artikel hier abrufbar.

NEUER ARTIKEL: “Ein Visionär”

Es ist an einem grauen Samstagnachmittag in Köln, der große Winterfrost scheint überstanden, der Frühling trotzdem noch in weiter Ferne. Unweit des Erzbischöflichen Palais atmet das Maternushaus den Aufbruchsgeist der postkonziliaren Bauwut und die langsam verblassende Hoffnung, dass es mit der Kirche in Deutschland immer weiter aufwärtsgehen wird. Hier, im Tagungszentrum des Erzbistums Köln, veranstaltet an diesem Samstag das Hilfswerk ‘Kirche in Not‘ einen Begegnungstag und erinnert dabei nicht nur an seinen Gründer, den 2003 verstorbenen Pater Werenfried van Straaten, sondern auch an einen ‘Giganten der Kirche’, wie sie ihn nennen: an den heiligen Papst Johannes Paul II., der in diesem Jahr hundert Jahre alt geworden wäre. Mittendrin unter den Gästen damaliger zweiter Sekretär: der heutige Erzbischof von Lemberg, Mieczyslaw Mokrzycki.”

Für die letzte Ausgabe der katholischen Wochenzeitung “Die Tagespost” (30. Januar) durfte ich gleich zwei Beiträge beisteuern. Neben meinem Beitrag über Papst Pius XII. habe ich ein Porträt über den Erzbischof Mieczyslaw Mokrzycki, geschrieben. Und nebenbei etwas über die Außenfassade des Maternushauses gelästert – die Kölner mögen mir verzeihen!

Der Artikel erschien auf Seite 10 und ist aber auch hier online abrufbar.

“Schauen Sie gefälligst etwas erlöster aus der Wäsche!”

Wie kommt die Kirche wieder aus der Krise? Was ist mit dem Zölibat? Wie wird Kirche wieder glaubwürdig? Und warum haben Katholiken Probleme mit der Organspende?

Im Gespräch mit Tobias Lehner bei der “Katholischen Presseschau” in München.

Diese und weitere Fragen hat der Moderator Tobias Lehner Ende Januar mit mir in der “Katholischen Presseschau” besprochen. Diese wird einmal im Monat beim Hilfswerk “Kirche in Not” in München aufgezeichnet.

Das komplette Interview gibt es hier auf Youtube:

Synodal Process in Germany: My Personal Review of the First Synodal Assembly

This is the English version of my article “Synodaler Weg: Mein persönlicher erster Eindruck”. As chief correspondent for German-speaking Europe, I observe the so-called “synodal process” in Germany for CNA Deutsch. This are my personal (!) impressions of the first synodal assembly from 30 January to 1 February in Frankfurt.

I hope that my English is reasonably understandable (in English classes we mostly used to watch movies, besides I was very lazy back then, sorry!)

1) From the initiators from the spectrum of committee Catholicism a “democratization” of the church is demanded. Thomas Sternberg’s “basta!” policy and the partly autocratic discussion style is surprising and contradicts the self-conception of the “Zentralkomitee der deutschen Katholiken” (ZdK). (Thomas Sternberg is the president of the ZdK)

2) Scientificity vs. emotionality. Critical questions about the MHG study (a study about sexual abuse of minors by Catholic priests, deacons and male members of religious orders in the area of the German Bishops’ Conference. This study is considered the basis for the “Synodal Process”) and the desire for a scientific second opinion are rejected with emotional outrage and without factual arguments.

3) The initiators’ sense of mission is at least as great as the scepticism of the secular press present (which they obviously want to impress)

4) I consider the bishops’ concern about the abuse scandal to be authentic. Also their helplessness and the struggle to deal with it properly and to find the right conclusions. 

5) The suspicion that the abuse scandal is instrumentalized in order to whip through the “reform plans” that have long been cherished under the alleged motive of “prevention” could not yet be refuted.

The danger of splitting off or founding a “German National Church” is “complete nonsense”, says Thomas Sternberg, president of the ZdK.

6) Many associations openly demand the ordination of women. However, the voices of the Internet survey are not so clear. The impression that the ordination of women is not dealt with theologically but is reduced to a purely power-political question remains an annoyance.

7) Culture of discussion: More or less open polemics against “conservative” positions. Platitudes and insinuations against “the official church” are repeated.

8) A crisis of faith is not or hardly ever considered as a possible cause for the whole mess. However, obvious catechetical deficits, even among many of the participants in the discussion, substantiate this suspicion.

9) For the first time after many decades it has become chic again to quote an incumbent pope at a ZdK event – even if many quotations have to be taken out of context to underpin one’s own position (papal letter). 

10) The justified reproach that the church would put itself too much in the centre and rule high-handedly is led ad absurdum by the fact that mainly “the church” is talked about but hardly about Jesus Christ.

Synodaler Weg: Mein persönlicher erster Eindruck

Heute ist in Frankfurt erste Synodalversammlung zum sogenannten „Synodalen Weg“ zu Ende gegangen. (English version here)

Mein persönlichen (!) Eindrücke:

1) Von den Initiatoren aus dem Spektrum des Gremienkatholizismus wird eine „Demokratisierung“ der Kirche gefordert. Die Basta-Politik von Sternberg und der teilweise autokratisch geführte Diskussionsstil überrascht und steht im Widerspruch zum Selbstverständnis.

2) Wissenschaftlichkeit vs. Emotionalität. Kritische Nachfragen zur MHG-Studie (die als Grundlage für den “Synodalen Weg” gilt) und der Wunsch nach einer wissenschaftlichen Zweitmeinung werden mit emotionaler Empörung und ohne Sachargumente zurückgewiesen.

3) Das Sendungsbewusstsein der Initiatoren ist mindestens so groß wie die Skepsis der anwesenden säkularen Presse (die man offensichtlich beeindrucken möchte).

4) Die Betroffenheit der Bischöfe über den Missbrauchsskandal halte ich für authentisch. Auch deren Hilflosigkeit und das Ringen um den richtigen Umgang damit. 

5) Der Verdacht, dass der Missbrauchsskandal instrumentalisiert wird, um die schon lange gehegten „Reformpläne“ unter dem vorgeblichen Motiv der „Prävention“ durchzupeitschen, konnte noch nicht entkräftet werden.

6) Viele Verbände fordern offen die Frauenordination. Die Stimmen der Internetumfrage sind allerdings nicht so eindeutig. Der Eindruck, dass die Weihe von Frauen nicht theologisch aufgearbeitet wird, sondern auf eine rein machtpolitische Frage reduziert wird, bleibt ein Ärgernis.

7) Diskussionskultur: Mehr oder weniger offene Polemik gegen „konservative“ Positionen. Plattitüden und Unterstellungen gegen „die Amtskirche“ wiederholen sich.

8) Eine Glaubenskrise wird als mögliche Ursache für den ganzen Schlamassel nicht oder kaum in Betracht gezogen. Offensichtliche katechetische Defizite, sogar bei vielen Diskussionsteilnehmern, erhärten jedoch diesen Verdacht.

9) Zum ersten Mal nach vielen Jahrzehnten ist es erstmals wieder schick geworden, bei einer ZdK-Veranstaltung einen amtierenden Papst zu zitieren – auch wenn  zur Untermauerung der eigenen Position viele Zitate aus dem Kontext gerissen werden müssen (Papstbrief). 

10) Der berechtigte Vorwurf, die Kirche würde sich selbst zu sehr in den Mittelpunkt stellen und selbstherrlich herrschen wird durch die Tatsache ad absurdum geführt, dass hauptsächlich über „die“ Kirche geredet wird, aber kaum über Jesus Christus.

Kann ich die Kirchensteuer verweigern?

Um die Aktionen des sogenannten Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und des Bund der katholischen Jugend (BDKJ) nicht mitfinanzieren zu müssen, erwägen viele gläubige Katholiken die Kirchensteuer zu boykottieren.

Ist das möglich? Welchen Spielraum gibt das Kirchenrecht? Kann ich dafür aus Gewissensgründen zwar offiziell aus der Kirche austreten, aber weiterhin die Sakramente empfangen?

Diese und weitere Fragen habe ich mit dem Kirchenrechtler und Theologen Gero Weishaupt besprochen. Er behauptet unter anderem, dass die aktuelle Regelung der deutschen Bischofskonferenz (DBK) “rechtswidrig und anfechtbar” sei.

Das komplette Interview gibt es hier bei CNA Deutsch.

Was Bischof Oster zum Heulen bringt

Heute habe ich endlich das neue Heft von “GRANDIOS” in der Hand gehabt. Thema diesmal: “Geschenk”. Mit dabei sind wieder einige Hochkaräter wie die Biathlethin und Olympiasiegerin Magdalena Neuner oder der Passauer Bischof Stefan Oster.

Gemeinsam mit Isabel Kirchner durfte ich Letztgenannten zu diesem Thema interviewen. Was kriegt man so als Bischof geschenkt? Ist seine Berufung ein Geschenk? Der Zölibat? Der Tod? Und wenn er sich etwas wünschen dürfte: Was würde auf Stefan Osters Wunschzettel stehen?

Das Interview wurde gekürzt und auf Heftlänge gebracht. Man kann sich das Gespräch aber auch in voller Länge als Video reinziehen (hier ist der Link).

Abschließendes Gruppenfoto: Bischof Stefan Oster SDB, Isabel Kirchner und ich in jenem Augenblick, als ich es versäumt habe den Bauch einzuziehen (v.r.n.l.). Foto: GRANDIOS-Online.

Das Heft kann hier kostenlos beim Bistum Regensburg bestellt werden, gerne auch in größeren Mengen zum Verteilen in der Pfarrei oder Jugendgruppe. Auf der Homepage von GRANDIOS kann man aber auch alle Artikel online nachlesen.

Dort werden Sie dann auch erfahren, was Bischof Stefan Oster zum Heulen bringt.

Die großen Herausforderungen der Menschheit

Erstmals veröffentlicht, ungekürzt und unzensiert: Meine wissenschaftliche Abhandlung über die Herausforderungen des Menschen – damals und heute.

Damals: Das Rad erfinden, Kinder ernähren, Weltkrieg verhindern, Pest eindämmen, Wettrüsten, Rechtschreibreform, Reform der Rechtschreibreform, Terror bekämpfen, Atomschutzbunker bauen, Atomkraftwerke bauen, Atomkraftwerke einreißen, Schlaghosen tragen, Modern Talking ertragen, Amerika entdecken, das Rad neu erfinden, alles von Euro in Mark umrechnen, Mammuts jagen, Wölfe töten, Wölfe wieder zurückholen, England bombardieren, sich bombardieren lassen, Deutschland wieder aufbauen, Sepp Blatter aus dem Amt jagen, Eiszeit, Dürrezeit, Zeitung „Die Zeit“, Kolonien errichten, Kolonien zurückgeben, Al Capone verhaften, Regenwald retten, Bin Laden unterstützen, Bin Laden suchen, Bin Laden hinrichten, Hardware sicher entfernen, Thomas Mann lesen, Eurokrise, Pfandflaschenautomaten leeren, GEZ-Gebühren zahlen und Ananas auf der Pizza.

Heute: Einfach nur mal dasitzen, Feierabendbier genießen und Handy weglegen.

(Das sollte ich gleich auch tun ... Schönes Wochenende allerseits!)

NEUER ARTIKEL: “Seid endlich wieder radikal!”

Ich finde alles gut, was (auch noch gleichzeitig!) gegen BDKJ, NGL und gestaltete Mitten geht.” So hat ein Freund im Scherz auf meinen neuen Artikel in der katholischen Wochenzeitung DIE TAGESPOST reagiert. Ganz so schlimm ist – glaube ich – der Text zwar nicht, dennoch gibt es bestimmte Dinge, die ich seit längerer Zeit mit wachsender Verwunderung beobachte:

Was hat die Kirche nicht schon alles versucht, um an der Jugend „dran zu sein“. Mit einem leichten Schauer erinnern sich einige an jene Gemeindereferenten und Religionslehrer, die mit hippen Halstüchern und „gestalteten Mitten“ den postkonziliaren Frühling der Kirche zu verkörpern versuchten. Auch das „Neue Geistliche Liedgut“ (NGL) kommt in diesen Zusammenhängen heute noch gerne zum Einsatz, obwohl die Lieder – man möge diese sehr subjektive Empfindung hier zugestehen – seit mindestens 40 Jahren weder „neu“, besonders „geistlich“ oder gar „gut“ sind. Weder die „Bibel in geschlechtergerechter Sprache“, noch das inbrünstige Singen von „Die Sache Jesu braucht Begeisterte“ konnten den massiven Mitgliederverlust der katholischen Kirche in Deutschland aufhalten. Es scheint, als laufe der Kirche „die Jugend“ davon. Priester, Bischöfe und Pastoralreferenten laufen ihnen gutmeinend, aber zunehmend verzweifelt nach.

Der Artikel erscheint in der heutigen Printausgabe der TAGESPOST, ist aber auch hier online in voller Länge abrufbar.

Ein paar wichtige Worte zum neuen Jahr

Ich habe leider nicht wirklich was zu sagen, deswegen sehe ich hier auch keine Veranlassung, die Phrasendresch-Maschine anzuwerfen und meine treue Leserschaft (hallo, ihr drei! Und danke, Mama, dass du meine Homepage immer in einem Tab offen lässt!) mit Plattitüden zum alten Jahr und mit abgedroschenen Durchhalte-Parolen zum neuen Jahr zu langweilen.

Bleiben Sie sauber, bleiben Sie sportlich und bleiben Sie – nach Möglichkeit – katholisch!

Ihr

Rudolf Gehrig

Was, wenn am Ende doch etwas dran ist?

Weihnachtszeit ist die schönste Zeit”, pflegt ein Freund jedes Jahr um diese Zeit zu mir zu sagen, um dann einschränkend hinzuzufügen: “Es sei denn, man heißt Rudolf!” Es dauert nicht lange, dann wird entweder er selbst oder jemand, der mit uns unterwegs ist, einen alten Weihnachtsklassiker anstimmen, der von einem jungen Paarhufer aus dem hohen Norden handelt, dessen körperliche Behinderung (eine rot leuchtende Nase) sich der Weihnachtsmann zunutze macht, um eine Frontbeleuchtung für sein nicht registriertes Fluggerät zu haben. Das besungene Wesen, in der Fachwelt Rangifer tarandus genannt, hört auf den Namen “Rudolf”. So wie ich. Leider.

Meine fränkische Heimatzeitung hat mir einen Gastartikel zu Weihnachten angeboten. Gerne habe ich diese Möglichkeit wahrgenommen, um…

a) mein altes Namenstrauma zu bewältigen,

b) von meinem Bundesliga-Nachmittag mit dem heiligen Nikolaus zu erzählen

…und c) mal laut darüber nachzudenken, was denn wäre, wenn an dieser Sache mit dem Jesuskind tatsächlich etwas dran ist.

Ich danke der Redaktionsleiterin Susanne Will (einige erinnern sich vielleicht noch an unser “Sex-Interview”) und wünsche allen Lesern frohe und gesegnete Weihnachten!

Den kompletten Artikel kann man übrigens kostenfrei hier bei inFranken.de nachlesen.

NEUER ARTIKEL: Rezension zu Bischof Stefan Osters “CREDO”

Wir schreiben das Jahr 2019, doch als sich die schwere Tür zur Krypta öffnet, weht dem geneigten Gast ein sanfter Hauch vergangener Glorie entgegen. Eines wird sofort deutlich: Offenbar hat es sich nicht bis nach Passau herumgesprochen, dass PowerPoint-Präsentationen ‘voll 2010’ sind. Doch der Mann, der vor der improvisierten Leinwand steht und engagiert mit dem Laserpointer über seine Vortragsfolien saust, macht schnell deutlich, dass er ‘nicht von gestern’ ist, auch wenn er uralte Wahrheiten verkündet. Der Mann, der die andere Hand nur zum Gestikulieren aus der Hosentasche nimmt und mit einer Intensität von Gott spricht, so, als ob es Ihn wirklich gäbe, trägt ein Kreuz um seinen Hals und ist der Hirte dieses Bistums: Bischof Stefan Oster.”

In der aktuellen Ausgabe der kath. Wochenzeitung “DIE TAGESPOST” habe ich das neue Buch des Passauer Bischofs Stefan Oster besprochen (“CREDO”) und dabei auch meinen Eindruck von seinen “Believe and Pray”-Abenden geschildert.

SPOILER: Es lohnt sich. Beides!

Hier kann man die Rezension online nachzulesen. Außerdem habe ich zuvor mit ihm ein Interview geführt, welches hier bei CNA Deutsch veröffentlicht wurde.

Danke, Altötting!

Gestern ist in Altötting der erste “Adoratio”-Kongress in Deutschland zu Ende gegangen. Eigentlich bin ich “nur” beruflich vor Ort gewesen, um für EWTN und CNA Deutsch zu berichten.

Trotzdem haben mich die vergangen drei Tage auch persönlich berührt. Ein besonderer Dank gilt hierbei Bischof Stefan Oster, der als Gastgeber diese Veranstaltung erst möglich gemacht hat. Ein ganzer Kongress zum Thema “Anbetung”? Rein thematisch klang das im Vorfeld nicht unbedingt nach einem Kassenschlager, aber da an diesem Wochenende ohnehin keine Bundesliga lief (ich hasse die Länderspielpause!), blieben wenig Alternativen.

Gerade als katholischer Medienschaffender unterliegt man häufig dem Irrtum, man müsse in diesem hektischen Zeitalter zu allem eine Meinung haben und diese ungefragt in den Äther hinausblasen (q.e.d.). Doch dann fährt man nach Altötting, wundert sich über die außergewöhnliche Kircheninnenraumbeleuchtung, den miese Handyempfang (wenngleich das kein Wunder ist) und findet sich auf einmal auf den Knien vor dem ausgesetzten Allerheiligsten wieder.

Wir Katholiken glauben daran, dass Gott in diesem gewandelten Stück Brot tatsächlich bei uns ist. Man senkt den Blick, kommt zur Ruhe, hält endlich die Klappe und vergisst sich – wenigstens für einen Moment – selbst. Und in diesem Moment “hört” man endlich wieder die Person, über die man sich den ganzen Tag lang geschäftig den Mund faserig geredet hat: Jesus Christus.

Bei all den Fehlern und Sünden, die wir als seine Kirche begehen und begangen haben, bei all den komischen Gestalten, die da teilweise rumlaufen, geht es letztlich um einen, der größer ist als all das Gerede, das um Ihn gemacht wird. Und wenn man endlich den Mut und die Kraft findet, um vor Ihm in die Knie zu gehen und ruhig zu werden, trifft es einen oft tiefer und nachhaltiger als die schönen Lieder und Bücher, die über Ihn geschrieben werden (selbstverständlich sollte weiterhin über Ihn geschrieben werden, sonst müsste ich mir nen neuen Job suchen 😉).

Oft sieht man diese Momente im Vorfeld nicht kommen. Manchmal bleiben sie lange aus. Und manchmal treffen sie einen unvermittelt in der bayerischen Provinz. Dafür: Danke, Altötting!