NEUER ARTIKEL: Was hat Johannes Hartl mit Campino von den Toten Hosen gemeinsam?

Es lässt sich nicht abstreiten, dass er ein gewisses Charisma ausstrahlt, wie er so da vorne steht, das Mikrofon in die Hand nimmt und feierlich in die Menge schaut. Die Arena ist ein Tollhaus, der frenetische Applaus hinterlässt eine sichtbare Wirkung auf den Mann da vorne. Als er zu sprechen beginnt, ebben die Jubelchöre nach und nach ab. Er erzählt etwas von Liebe und Schmerz und wie eng beides oft miteinander verwoben ist. Dann sagt er, dass er mit seinen Freunden ein Lied darüber geschrieben hat, das sie gleich spielen werden.

„Ich will eure Hände sehen“, ruft der Mann. Er hat die Menge voll im Griff. Sie ist sein Geschäft, seine Einnahmequelle. Wenn er auf der Bühne steht, philosophiert er über Gott und die Welt, die Menschen hängen ihm gebannt an den Lippen. Und Musik macht er auch noch.

Heute sind sie wieder alle da, Katholiken und Protestanten, überzeugte Atheisten und Heiden. Und während der Gitarrist den ersten Riff anschlägt, wird die Stimme des Mannes fast zum Brüllen, als er das nächste Lied ankündigt: „Dieses Stück heißt: ‚Alles aus Liebe‘!“

Nein, auch wenn es vielleicht auf den ersten Blick so klingen mag: Es geht in meiner Einleitung nicht um den Prediger und Theologen Johannes Hartl. Die Rede ist zunächst von Campino, dem Frontmann der (ehemaligen) Punkband “Die Toten Hosen”.

Was die beiden gemeinsam haben und warum mich die letzte MEHR-Konferenz an mein letztes Hosen-Konzert erinnert hat – darüber habe ich in meiner neuen Kolumne für das VATICAN-Magazin geschrieben.

Die Februar-Ausgabe des VATICAN-Magazins, schlecht abfotografiert (man beachte den Schatten meines Armes…).

Den kompletten Beitrag gibt es hier online. Abo lohnt sich!

NEUER ARTIKEL: Wie laut schwieg Pius XII.?

Wie hat sich Papst Pius XII. während des Holocaust verhalten? Was hat er für die verfolgten Juden getan? Und wie kam es dazu, dass noch heute behauptet wird, er hätte “geschwiegen” oder gar tatenlos zugesehen? – Mit diesen und weiteren Fragen hatte sich eine Expertenrunde am 27. Januar 2020 zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers in Auschwitz die Konferenz „Der Vatikan und der Holocaust“ auseinandergesetzt.

Neben meinem Porträt über den Lemberger Erzbischof Mieczyslaw Mokrzycki ist dies mein zweiter Beitrag in der Ausgabe der katholischen Wochenzeitung “Die Tagespost” vom 30. Januar 2020. Er erschien auf Seite 16.

Online ist der gesamte Artikel hier abrufbar.

NEUER ARTIKEL: “Ein Visionär”

Es ist an einem grauen Samstagnachmittag in Köln, der große Winterfrost scheint überstanden, der Frühling trotzdem noch in weiter Ferne. Unweit des Erzbischöflichen Palais atmet das Maternushaus den Aufbruchsgeist der postkonziliaren Bauwut und die langsam verblassende Hoffnung, dass es mit der Kirche in Deutschland immer weiter aufwärtsgehen wird. Hier, im Tagungszentrum des Erzbistums Köln, veranstaltet an diesem Samstag das Hilfswerk ‘Kirche in Not‘ einen Begegnungstag und erinnert dabei nicht nur an seinen Gründer, den 2003 verstorbenen Pater Werenfried van Straaten, sondern auch an einen ‘Giganten der Kirche’, wie sie ihn nennen: an den heiligen Papst Johannes Paul II., der in diesem Jahr hundert Jahre alt geworden wäre. Mittendrin unter den Gästen damaliger zweiter Sekretär: der heutige Erzbischof von Lemberg, Mieczyslaw Mokrzycki.”

Für die letzte Ausgabe der katholischen Wochenzeitung “Die Tagespost” (30. Januar) durfte ich gleich zwei Beiträge beisteuern. Neben meinem Beitrag über Papst Pius XII. habe ich ein Porträt über den Erzbischof Mieczyslaw Mokrzycki, geschrieben. Und nebenbei etwas über die Außenfassade des Maternushauses gelästert – die Kölner mögen mir verzeihen!

Der Artikel erschien auf Seite 10 und ist aber auch hier online abrufbar.

“Schauen Sie gefälligst etwas erlöster aus der Wäsche!”

Wie kommt die Kirche wieder aus der Krise? Was ist mit dem Zölibat? Wie wird Kirche wieder glaubwürdig? Und warum haben Katholiken Probleme mit der Organspende?

Im Gespräch mit Tobias Lehner bei der “Katholischen Presseschau” in München.

Diese und weitere Fragen hat der Moderator Tobias Lehner Ende Januar mit mir in der “Katholischen Presseschau” besprochen. Diese wird einmal im Monat beim Hilfswerk “Kirche in Not” in München aufgezeichnet.

Das komplette Interview gibt es hier auf Youtube:

Synodal Process in Germany: My Personal Review of the First Synodal Assembly

This is the English version of my article “Synodaler Weg: Mein persönlicher erster Eindruck”. As chief correspondent for German-speaking Europe, I observe the so-called “synodal process” in Germany for CNA Deutsch. This are my personal (!) impressions of the first synodal assembly from 30 January to 1 February in Frankfurt.

I hope that my English is reasonably understandable (in English classes we mostly used to watch movies, besides I was very lazy back then, sorry!)

1) From the initiators from the spectrum of committee Catholicism a “democratization” of the church is demanded. Thomas Sternberg’s “basta!” policy and the partly autocratic discussion style is surprising and contradicts the self-conception of the “Zentralkomitee der deutschen Katholiken” (ZdK). (Thomas Sternberg is the president of the ZdK)

2) Scientificity vs. emotionality. Critical questions about the MHG study (a study about sexual abuse of minors by Catholic priests, deacons and male members of religious orders in the area of the German Bishops’ Conference. This study is considered the basis for the “Synodal Process”) and the desire for a scientific second opinion are rejected with emotional outrage and without factual arguments.

3) The initiators’ sense of mission is at least as great as the scepticism of the secular press present (which they obviously want to impress)

4) I consider the bishops’ concern about the abuse scandal to be authentic. Also their helplessness and the struggle to deal with it properly and to find the right conclusions. 

5) The suspicion that the abuse scandal is instrumentalized in order to whip through the “reform plans” that have long been cherished under the alleged motive of “prevention” could not yet be refuted.

The danger of splitting off or founding a “German National Church” is “complete nonsense”, says Thomas Sternberg, president of the ZdK.

6) Many associations openly demand the ordination of women. However, the voices of the Internet survey are not so clear. The impression that the ordination of women is not dealt with theologically but is reduced to a purely power-political question remains an annoyance.

7) Culture of discussion: More or less open polemics against “conservative” positions. Platitudes and insinuations against “the official church” are repeated.

8) A crisis of faith is not or hardly ever considered as a possible cause for the whole mess. However, obvious catechetical deficits, even among many of the participants in the discussion, substantiate this suspicion.

9) For the first time after many decades it has become chic again to quote an incumbent pope at a ZdK event – even if many quotations have to be taken out of context to underpin one’s own position (papal letter). 

10) The justified reproach that the church would put itself too much in the centre and rule high-handedly is led ad absurdum by the fact that mainly “the church” is talked about but hardly about Jesus Christ.

Synodaler Weg: Mein persönlicher erster Eindruck

Heute ist in Frankfurt erste Synodalversammlung zum sogenannten „Synodalen Weg“ zu Ende gegangen. (English version here)

Mein persönlichen (!) Eindrücke:

1) Von den Initiatoren aus dem Spektrum des Gremienkatholizismus wird eine „Demokratisierung“ der Kirche gefordert. Die Basta-Politik von Sternberg und der teilweise autokratisch geführte Diskussionsstil überrascht und steht im Widerspruch zum Selbstverständnis.

2) Wissenschaftlichkeit vs. Emotionalität. Kritische Nachfragen zur MHG-Studie (die als Grundlage für den “Synodalen Weg” gilt) und der Wunsch nach einer wissenschaftlichen Zweitmeinung werden mit emotionaler Empörung und ohne Sachargumente zurückgewiesen.

3) Das Sendungsbewusstsein der Initiatoren ist mindestens so groß wie die Skepsis der anwesenden säkularen Presse (die man offensichtlich beeindrucken möchte).

4) Die Betroffenheit der Bischöfe über den Missbrauchsskandal halte ich für authentisch. Auch deren Hilflosigkeit und das Ringen um den richtigen Umgang damit. 

5) Der Verdacht, dass der Missbrauchsskandal instrumentalisiert wird, um die schon lange gehegten „Reformpläne“ unter dem vorgeblichen Motiv der „Prävention“ durchzupeitschen, konnte noch nicht entkräftet werden.

6) Viele Verbände fordern offen die Frauenordination. Die Stimmen der Internetumfrage sind allerdings nicht so eindeutig. Der Eindruck, dass die Weihe von Frauen nicht theologisch aufgearbeitet wird, sondern auf eine rein machtpolitische Frage reduziert wird, bleibt ein Ärgernis.

7) Diskussionskultur: Mehr oder weniger offene Polemik gegen „konservative“ Positionen. Plattitüden und Unterstellungen gegen „die Amtskirche“ wiederholen sich.

8) Eine Glaubenskrise wird als mögliche Ursache für den ganzen Schlamassel nicht oder kaum in Betracht gezogen. Offensichtliche katechetische Defizite, sogar bei vielen Diskussionsteilnehmern, erhärten jedoch diesen Verdacht.

9) Zum ersten Mal nach vielen Jahrzehnten ist es erstmals wieder schick geworden, bei einer ZdK-Veranstaltung einen amtierenden Papst zu zitieren – auch wenn  zur Untermauerung der eigenen Position viele Zitate aus dem Kontext gerissen werden müssen (Papstbrief). 

10) Der berechtigte Vorwurf, die Kirche würde sich selbst zu sehr in den Mittelpunkt stellen und selbstherrlich herrschen wird durch die Tatsache ad absurdum geführt, dass hauptsächlich über „die“ Kirche geredet wird, aber kaum über Jesus Christus.

Kann ich die Kirchensteuer verweigern?

Um die Aktionen des sogenannten Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und des Bund der katholischen Jugend (BDKJ) nicht mitfinanzieren zu müssen, erwägen viele gläubige Katholiken die Kirchensteuer zu boykottieren.

Ist das möglich? Welchen Spielraum gibt das Kirchenrecht? Kann ich dafür aus Gewissensgründen zwar offiziell aus der Kirche austreten, aber weiterhin die Sakramente empfangen?

Diese und weitere Fragen habe ich mit dem Kirchenrechtler und Theologen Gero Weishaupt besprochen. Er behauptet unter anderem, dass die aktuelle Regelung der deutschen Bischofskonferenz (DBK) “rechtswidrig und anfechtbar” sei.

Das komplette Interview gibt es hier bei CNA Deutsch.

Was Bischof Oster zum Heulen bringt

Heute habe ich endlich das neue Heft von “GRANDIOS” in der Hand gehabt. Thema diesmal: “Geschenk”. Mit dabei sind wieder einige Hochkaräter wie die Biathlethin und Olympiasiegerin Magdalena Neuner oder der Passauer Bischof Stefan Oster.

Gemeinsam mit Isabel Kirchner durfte ich Letztgenannten zu diesem Thema interviewen. Was kriegt man so als Bischof geschenkt? Ist seine Berufung ein Geschenk? Der Zölibat? Der Tod? Und wenn er sich etwas wünschen dürfte: Was würde auf Stefan Osters Wunschzettel stehen?

Das Interview wurde gekürzt und auf Heftlänge gebracht. Man kann sich das Gespräch aber auch in voller Länge als Video reinziehen (hier ist der Link).

Abschließendes Gruppenfoto: Bischof Stefan Oster SDB, Isabel Kirchner und ich in jenem Augenblick, als ich es versäumt habe den Bauch einzuziehen (v.r.n.l.). Foto: GRANDIOS-Online.

Das Heft kann hier kostenlos beim Bistum Regensburg bestellt werden, gerne auch in größeren Mengen zum Verteilen in der Pfarrei oder Jugendgruppe. Auf der Homepage von GRANDIOS kann man aber auch alle Artikel online nachlesen.

Dort werden Sie dann auch erfahren, was Bischof Stefan Oster zum Heulen bringt.

Die großen Herausforderungen der Menschheit

Erstmals veröffentlicht, ungekürzt und unzensiert: Meine wissenschaftliche Abhandlung über die Herausforderungen des Menschen – damals und heute.

Damals: Das Rad erfinden, Kinder ernähren, Weltkrieg verhindern, Pest eindämmen, Wettrüsten, Rechtschreibreform, Reform der Rechtschreibreform, Terror bekämpfen, Atomschutzbunker bauen, Atomkraftwerke bauen, Atomkraftwerke einreißen, Schlaghosen tragen, Modern Talking ertragen, Amerika entdecken, das Rad neu erfinden, alles von Euro in Mark umrechnen, Mammuts jagen, Wölfe töten, Wölfe wieder zurückholen, England bombardieren, sich bombardieren lassen, Deutschland wieder aufbauen, Sepp Blatter aus dem Amt jagen, Eiszeit, Dürrezeit, Zeitung „Die Zeit“, Kolonien errichten, Kolonien zurückgeben, Al Capone verhaften, Regenwald retten, Bin Laden unterstützen, Bin Laden suchen, Bin Laden hinrichten, Hardware sicher entfernen, Thomas Mann lesen, Eurokrise, Pfandflaschenautomaten leeren, GEZ-Gebühren zahlen und Ananas auf der Pizza.

Heute: Einfach nur mal dasitzen, Feierabendbier genießen und Handy weglegen.

(Das sollte ich gleich auch tun ... Schönes Wochenende allerseits!)

NEUER ARTIKEL: “Seid endlich wieder radikal!”

Ich finde alles gut, was (auch noch gleichzeitig!) gegen BDKJ, NGL und gestaltete Mitten geht.” So hat ein Freund im Scherz auf meinen neuen Artikel in der katholischen Wochenzeitung DIE TAGESPOST reagiert. Ganz so schlimm ist – glaube ich – der Text zwar nicht, dennoch gibt es bestimmte Dinge, die ich seit längerer Zeit mit wachsender Verwunderung beobachte:

Was hat die Kirche nicht schon alles versucht, um an der Jugend „dran zu sein“. Mit einem leichten Schauer erinnern sich einige an jene Gemeindereferenten und Religionslehrer, die mit hippen Halstüchern und „gestalteten Mitten“ den postkonziliaren Frühling der Kirche zu verkörpern versuchten. Auch das „Neue Geistliche Liedgut“ (NGL) kommt in diesen Zusammenhängen heute noch gerne zum Einsatz, obwohl die Lieder – man möge diese sehr subjektive Empfindung hier zugestehen – seit mindestens 40 Jahren weder „neu“, besonders „geistlich“ oder gar „gut“ sind. Weder die „Bibel in geschlechtergerechter Sprache“, noch das inbrünstige Singen von „Die Sache Jesu braucht Begeisterte“ konnten den massiven Mitgliederverlust der katholischen Kirche in Deutschland aufhalten. Es scheint, als laufe der Kirche „die Jugend“ davon. Priester, Bischöfe und Pastoralreferenten laufen ihnen gutmeinend, aber zunehmend verzweifelt nach.

Der Artikel erscheint in der heutigen Printausgabe der TAGESPOST, ist aber auch hier online in voller Länge abrufbar.

Ein paar wichtige Worte zum neuen Jahr

Ich habe leider nicht wirklich was zu sagen, deswegen sehe ich hier auch keine Veranlassung, die Phrasendresch-Maschine anzuwerfen und meine treue Leserschaft (hallo, ihr drei! Und danke, Mama, dass du meine Homepage immer in einem Tab offen lässt!) mit Plattitüden zum alten Jahr und mit abgedroschenen Durchhalte-Parolen zum neuen Jahr zu langweilen.

Bleiben Sie sauber, bleiben Sie sportlich und bleiben Sie – nach Möglichkeit – katholisch!

Ihr

Rudolf Gehrig

Was, wenn am Ende doch etwas dran ist?

Weihnachtszeit ist die schönste Zeit”, pflegt ein Freund jedes Jahr um diese Zeit zu mir zu sagen, um dann einschränkend hinzuzufügen: “Es sei denn, man heißt Rudolf!” Es dauert nicht lange, dann wird entweder er selbst oder jemand, der mit uns unterwegs ist, einen alten Weihnachtsklassiker anstimmen, der von einem jungen Paarhufer aus dem hohen Norden handelt, dessen körperliche Behinderung (eine rot leuchtende Nase) sich der Weihnachtsmann zunutze macht, um eine Frontbeleuchtung für sein nicht registriertes Fluggerät zu haben. Das besungene Wesen, in der Fachwelt Rangifer tarandus genannt, hört auf den Namen “Rudolf”. So wie ich. Leider.

Meine fränkische Heimatzeitung hat mir einen Gastartikel zu Weihnachten angeboten. Gerne habe ich diese Möglichkeit wahrgenommen, um…

a) mein altes Namenstrauma zu bewältigen,

b) von meinem Bundesliga-Nachmittag mit dem heiligen Nikolaus zu erzählen

…und c) mal laut darüber nachzudenken, was denn wäre, wenn an dieser Sache mit dem Jesuskind tatsächlich etwas dran ist.

Ich danke der Redaktionsleiterin Susanne Will (einige erinnern sich vielleicht noch an unser “Sex-Interview”) und wünsche allen Lesern frohe und gesegnete Weihnachten!

Den kompletten Artikel kann man übrigens kostenfrei hier bei inFranken.de nachlesen.

NEUER ARTIKEL: Rezension zu Bischof Stefan Osters “CREDO”

Wir schreiben das Jahr 2019, doch als sich die schwere Tür zur Krypta öffnet, weht dem geneigten Gast ein sanfter Hauch vergangener Glorie entgegen. Eines wird sofort deutlich: Offenbar hat es sich nicht bis nach Passau herumgesprochen, dass PowerPoint-Präsentationen ‘voll 2010’ sind. Doch der Mann, der vor der improvisierten Leinwand steht und engagiert mit dem Laserpointer über seine Vortragsfolien saust, macht schnell deutlich, dass er ‘nicht von gestern’ ist, auch wenn er uralte Wahrheiten verkündet. Der Mann, der die andere Hand nur zum Gestikulieren aus der Hosentasche nimmt und mit einer Intensität von Gott spricht, so, als ob es Ihn wirklich gäbe, trägt ein Kreuz um seinen Hals und ist der Hirte dieses Bistums: Bischof Stefan Oster.”

In der aktuellen Ausgabe der kath. Wochenzeitung “DIE TAGESPOST” habe ich das neue Buch des Passauer Bischofs Stefan Oster besprochen (“CREDO”) und dabei auch meinen Eindruck von seinen “Believe and Pray”-Abenden geschildert.

SPOILER: Es lohnt sich. Beides!

Hier kann man die Rezension online nachzulesen. Außerdem habe ich zuvor mit ihm ein Interview geführt, welches hier bei CNA Deutsch veröffentlicht wurde.

Danke, Altötting!

Gestern ist in Altötting der erste “Adoratio”-Kongress in Deutschland zu Ende gegangen. Eigentlich bin ich “nur” beruflich vor Ort gewesen, um für EWTN und CNA Deutsch zu berichten.

Trotzdem haben mich die vergangen drei Tage auch persönlich berührt. Ein besonderer Dank gilt hierbei Bischof Stefan Oster, der als Gastgeber diese Veranstaltung erst möglich gemacht hat. Ein ganzer Kongress zum Thema “Anbetung”? Rein thematisch klang das im Vorfeld nicht unbedingt nach einem Kassenschlager, aber da an diesem Wochenende ohnehin keine Bundesliga lief (ich hasse die Länderspielpause!), blieben wenig Alternativen.

Gerade als katholischer Medienschaffender unterliegt man häufig dem Irrtum, man müsse in diesem hektischen Zeitalter zu allem eine Meinung haben und diese ungefragt in den Äther hinausblasen (q.e.d.). Doch dann fährt man nach Altötting, wundert sich über die außergewöhnliche Kircheninnenraumbeleuchtung, den miese Handyempfang (wenngleich das kein Wunder ist) und findet sich auf einmal auf den Knien vor dem ausgesetzten Allerheiligsten wieder.

Wir Katholiken glauben daran, dass Gott in diesem gewandelten Stück Brot tatsächlich bei uns ist. Man senkt den Blick, kommt zur Ruhe, hält endlich die Klappe und vergisst sich – wenigstens für einen Moment – selbst. Und in diesem Moment “hört” man endlich wieder die Person, über die man sich den ganzen Tag lang geschäftig den Mund faserig geredet hat: Jesus Christus.

Bei all den Fehlern und Sünden, die wir als seine Kirche begehen und begangen haben, bei all den komischen Gestalten, die da teilweise rumlaufen, geht es letztlich um einen, der größer ist als all das Gerede, das um Ihn gemacht wird. Und wenn man endlich den Mut und die Kraft findet, um vor Ihm in die Knie zu gehen und ruhig zu werden, trifft es einen oft tiefer und nachhaltiger als die schönen Lieder und Bücher, die über Ihn geschrieben werden (selbstverständlich sollte weiterhin über Ihn geschrieben werden, sonst müsste ich mir nen neuen Job suchen 😉).

Oft sieht man diese Momente im Vorfeld nicht kommen. Manchmal bleiben sie lange aus. Und manchmal treffen sie einen unvermittelt in der bayerischen Provinz. Dafür: Danke, Altötting!


Bischof Oster: “Wir sind dafür da, dass die Menschen zu Christus finden”

Neulich habe ich auf dem Rückweg aus Heiligenkreuz (ich habe dort an den berüchtigten Kraftsporttagen mit Pater Karl Wallner teilgenommen) in Passau bei Bischof Stefan Oster vorbeigeschaut und mit ihm über sein neues Buch “CREDO” gesprochen. Besonderer Dank geht hierbei an Thomas Weggartner, den Referenten des Bischofs, der das relativ spontane Treffen möglich gemacht hat. Danke auch an meinen Bruder Leopold, der mit seinem Handy und als Kameramann eingesprungen ist. Und natürlich auch meinem EWTN-Kollegen Thomas Korzekwa, der nach Feierabend noch schnell Clip daraus gebastelt hat.

Das komplette Interview gibt es jetzt hier bei CNA Deutsch.

Doch auch für die Lesefaulen ist gesorgt. Das Video gibt’s hier auf dem YouTube-Kanal von EWTN Deutschland:

NEUER ARTIKEL: “Glaubst du wirklich an das alles?”

Mein neuer Artikel für die katholische Wochenzeitung “DIE TAGESPOST” ist letzte Woche zum Hochfest Allerheiligen erschienen. Es geht um den Tod meiner Schwester und die Bedeutung dieses Verlusts für meinen Glauben.

Der Artikel ist auch online hier nachzulesen.

Als meine Schwester starb

Auf den Tag genau vor zehn Jahren habe ich zum ersten Mal die Kirchenglocken in Münnerstadt gehört, während ich im Unterricht saß. Ich war in der 9. Klasse, wir hatten gerade Mathe und um 11.00 Uhr hörte ich das Bimmeln der Glocken der Stadtpfarrkirche vom Klassenzimmer aus. Vielleicht, weil an diesem Tag der Wind günstig stand und vielleicht war irgendwo ein Fenster offen und vielleicht hatte ich sie in den Schuljahren davor schon einmal gehört, aber nie bewusst wahrgenommen. Doch an jenem 8. Oktober 2009 hörte ich sie läuten – und dachte mir nichts dabei.

Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: Knapp 130 Kilometer weiter machte meine kleine Schwester in den Armen meiner Eltern ein letztes Mal ihre Augen auf, bevor sie diese mit einem unbeschreiblichen Lächeln im Gesicht für immer schloss.

Ich bin kein Mensch, der mit aller Gewalt seinen Alltag nach irgendwelchen himmlischen Zeichen absucht, doch in den letzten Tagen im Leben meiner Schwester passierten allerlei wundersame Dinge. Pia war aufgrund eines schweren Herzfehlers von Anfang an dem Tod geweiht. Nie vergessen werde ich das Gerede im Dorf, als die Neuigkeit die Runde machte, dass meine Mutter nach mir und meinen drei Brüdern nun noch einmal schwanger war. Die Stimmung wandelte sich leicht, nachdem das Ausmaß ihrer Krankheit bekannt wurde. Viele Leute, die es gut meinten, versuchten Trost zu spenden oder einfach da zu sein.

Pia lebte gerade einmal drei Monate bei uns, bevor sie die Heimreise antrat. Als pubertierendes Kerlchen konnte oder wollte ich nicht wahrhaben, dass ihre Zeit begrenzt war. Als sie dann nur zehn Tage nach meinem 16. Geburtstag starb, war das ein heftiger Schlag in die Fresse, der mich lange Zeit benommen zurückließ.

Pia war ein richtiger Brocken. Leider war sie nach drei Monaten schon wieder auf dem Heimweg.

Ich bin als Kind zum Glauben erzogen worden. Dieser Glaube an Gott war etwas fast Selbstverständliches für mich. Doch an jenem 8. Oktober 2009, als ich mit meinem kleinen Bruder von der Schule nachhause kam und meine Tante mit Tränen in den Augen vor uns stand und sagte, dass Pia um 11.00 Uhr in der Kinderklinik in Erlangen verstorben ist, als ich drei Tage später am offenen Sarg ein letztes Mal ihr kaltes Händchen streichelte, als ich bei ihrer Beerdigung neben dem Pfarrer stand (ich ministrierte), dem Sarg dabei zusah, wie er in der Erde verschwand und bemerkte, wie der regengraue Himmel plötzlich aufriss und ein Sonnenstrahl auf uns herabfiel – in diesen Momenten war ich von der tatsächlichen Existenz Gottes geradezu erschüttert. Ich “spürte” Ihn so deutlich wie nie.

Ich weiß, dass für viele Menschen der Tod von Kindern erst Recht Anlass ist, an Gottes Güte zu zweifeln. Die Frage, warum dies geschieht, wird auf Erden wohl immer unbeantwortet sein. Für mich war der Tod meiner Schwester ein radikaler Einschnitt, bei dem ich mich fragen musste:

Glaubst du wirklich an das alles?

Glaubst du wirklich an ein Leben nach dem Tod?

Glaubst du wirklich, dass Gott dich unendlich liebt?

Wie man sieht, habe ich zum Teil meine Antworten schon gefunden. Ich habe die feste Überzeugung, dass meine Schwester bei Gott ist und ich sie dort eines Tages wiedersehe. Doch auch die Trauer bleibt ein Teil dieses Weges. Ich bewundere den Mut meiner Eltern, die uns zwei Jahre nach Pias Tod erneut eine Schwester geschenkt haben. Dass sie völlig gesund ist und uns ältere Geschwister teilweise richtig auf die Nerven gehen kann, ist ein Geschenk, das ich erst jetzt zu schätzen weiß. Sie weiß, dass sie eine ältere Schwester hat, die nicht mehr hier ist. Dieser Platz bleibt in gewisser Weise immer leer, ein kleine, offene Wunde, mit der man leben kann, die dennoch hin und wieder brennt. Ich merke es besonders dann, wenn sich die Jahrestage von Pias Todestag nähern oder die Leute fragen, wie viele Geschwister ich habe und ich mich beim Gedanken ertappe, ob ich Pia mitzählen soll oder nicht. Und dann sind da die Momente, in denen ich sie klar vor Augen habe und irgendwie weiß, dass sie “da” ist.

In dieser Zeit habe ich oft mit Gott gestritten, gehadert, mich auch mal Tage lang nicht bei Ihm gemeldet. Doch Seine Existenz habe ich nie ernsthaft angezweifelt. Seine Gegenwart erscheint mir dafür zu real. Zum Teil bin ich aber weiterhin auf der Suche nach Antworten auf dieses große, unsagbare Geheimnis. Pauschale Antworten gibt es – vermutlich – nicht und wenn ich erklären soll, wie ich nach all dem immer noch an Gott glauben kann, weiß ich manchmal nicht, was ich sagen soll, ohne den Tod meiner Schwester zu instrumentalisieren, um fromme Dinge zu schwafeln.

Die kürzeste Antwort ist vielleicht: Weil Gott an mich glaubt.

In eigener Sache: Neuer Job!

Seit dem 1. Oktober 2013 arbeite ich seit genau sechs Jahren für den katholischen Fernsehsender EWTN.TV in Köln. Am 1. Oktober 2019, genau sechs Jahre später, ist eine zweite große Aufgabe dazugekommen: Die katholische Nachrichtenagentur CNA Deutsch macht mich zum Chefkorrespondenten für das deutschsprachige Europa.

Als katholischer Journalist ist es eine Ehre für mich meinen Teil dazu beizutragen, dass vom “normalen” Gottesdienstbesucher bis zum glaubensfernen Kirchenkritiker die Menschen weiterhin von der Kirche hören werden. Ich werde vor allem aus dem deutschsprachigen Teil der Weltkirche berichten und gelegentlich die Geschehnisse mit katholischer Brille kommentieren.

Weiterhin werde ich für die EWTN-Familie als Redakteur, Moderator und Berichterstatter arbeiten. Einige neue Sendungen sind bereits in Planung, auch bei Live- oder Sondersendungen wird man hin und wieder (wohl oder übel) mein Gesicht auf der Mattscheibe sehen. Oft werden beide Aufgabenbereiche verschmelzen, wie demnächst, wenn ich Mitte Oktober für EWTN und CNA Deutsch aus Rom über die bevorstehende Amazonas-Synode berichten darf.

Ich freue mich darauf, für CNA Deutsch einen unverstellten, katholischen Blick auf die Kirche in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu werfen. Ich danke dem Chefredakteur Anian Christoph Wimmer für die Möglichkeit hierbei mein Wissen und meine Erfahrungen einzubringen.

Journalisten sind zwar oft in der Versuchung als “Welterklärer” oder “Besserwisser” aufzutreten. Ich für meinen Teil erinnere mich jedoch immer wieder gerne an eine Szene aus den Kult-Filmen von “Don Camillo”, in der der legendäre Priester sichtlich verzweifelt seine Augen zum gekreuzigten Herrn erhebt und fragt:

“Jesus, wer wird die Menschen jemals verstehen?”

Die Antwort kommt mit einer sanften Stimme: “Ich.”

Der Marsch fürs Leben 2019 – Bericht und Videos

Ich mache es kurz: Meinen Bericht über den diesjährigen Marsch fürs Leben gibt es hier bei CNA Deutsch.

Die Aufzeichnungen unserer Live-Übertragungen gibt es hier:

Und hier die zweite Live-Schalte mit dem “Straßen-Interview” (u.a. mit Bischof Stefan Oster und Weihbischof Florian Wörner):