NEUER ARTIKEL: “Männerchor und Tod”

Vor zwei Jahren hat mich am Karsamstag bereits um halb fünf der Wecker aus dem Schlaf gerissen. Vielleicht war es auch um vier Uhr und ich habe es bereits wieder verdrängt. Jedenfalls: Ich habe es nicht bereut.

Mein Vater und zwei meiner Brüder sind Teil der Männergesangsgruppe der DJK Seubrigshausen. Es ist eine alte Tradition, dass sie an Karsamstag frühmorgens mit den Klapperbuben durch das Dorf laufen und geistliche Lieder singen. Für die katholische Wochenzeitung “DIE TAGESPOST” habe ich darüber nun einen kleinen Beitrag geschrieben: “Männerchor und Tod”.


Vor zwei Jahren hatte ich übrigens auch meine Kamera dabei. Das Licht war ungünstig, die Tonqualität ist mangelhaft und über meinen Videoschnitt brauchen wir erst gar nicht reden.

Dennoch bekomme ich hin und wieder Gänsehaut, wenn ich mir die Aufnahmen ansehe, wie die tapferen und rührigen Männer aus Seubrigshausen eines der berührendsten Lieder der Karwoche singen (im Übrigen tun sie das meist auch während der Karliturgie am Karfreitag in der Pfarrkirche von Seubrigshausen).

Sie singen vielleicht nicht perfekt, aber mit Herz. Und darauf kommt es an.

“…aber trotzdem gut drauf”

Ich habe diesen Satz schon hundertfach gehört und wahrscheinlich habe ich mich selber oft genug genau so verhalten:

“Hey, ich bin Christ, aber trotzdem (!) gut drauf!”

Wer betonen muss, etwas Besonderes besonders zu sein (in diesem Fall: gut drauf), ist oft genau das nicht, was er vorgibt zu sein (nämlich: gut drauf). Klar, in einem Umfeld, das meinem Glauben gegenüber nicht sehr aufgeschlossen ist, wo ich unter besonderer Beobachtung stehe und ich mich frage, ob ich überhaupt hierher gehöre, kann mich durchaus das Bedürfnis überkommen, allen zu beweisen, dass ich gerade nicht so bin, wie man sich einen praktizierenden Christen vorstellt.

Es kann gut sein, dass ich der einzige leibhafte Christ bin, dem meine Mitmenschen begegnen. Der Druck ist hoch. Wie soll ein einziger Mensch vielleicht sogar an einem einzigen Abend mit Vorurteilen aufräumen, die schon mehrere Jahrhunderte alt sind? Zumal nicht alles, was uns Christen betrifft, zwangsläufig Vorurteile sind? Wie groß ist da die Versuchung sich zu verstellen, um den anderen mit aller Gewalt zeigen zu können, wie witzig / intelligent / gutaussehend / charmant / unangepasst / rebellisch / selbstbewusst man ist, obwohl (!) man doch Christ ist…

Aber eigentlich ist das doch scheiße.

Sind wir nicht witzig / intelligent / gutaussehend / charmant / unangepasst / rebellisch / selbstbewusst, gerade WEIL (!) wir Christen sind?

Und falls nicht alles auf einen selbst zutreffen sollte, zumindest eines kann jeder sein:

Echt.

Das Scheidungskind, das die Welt veränderte

Vor ein paar Tagen, jährte sich zum dritten Mal der Todestag dieser eigentlich ganz unscheinbaren Frau: Mutter Angelica verstarb in der Osternacht am 27. März 2016.

Sie hat in ihren letzten Lebensjahren viel gelitten. Der letzte Schlaganfall raubte ihr das wichtigste Instrument, das sie hatte: Ihre Stimme. Davor hatte sie bereits Fernsehgeschichte geschrieben.

Sie wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, war als Scheidungskind gebrandmarkt und von ihrer schweren Krankheit gezeichnet. Doch sie verlor selbst dann nicht ihren Humor, als sie eines Tages gegen den Willen ihrer Mutter ins Kloster eintrat. Es war eine schwere Zeit, eine Mitschwester von damals berichtete, dass die junge Schwester Angelica von der Oberin wiederholt öffentlich für ihr Verhalten gerügt wurde. Als Angelica nach einer dieser Standpauken wortlos zu ihrem Platz zurückging und mit großem Appetit zu essen begann, fragte ihre Mitschwester mit Tränen in den Augen, wie sie denn jetzt noch essen könne. “Weil ich Hunger habe”, so die lapidare Antwort der jungen Novizin.

Mutter Angelica (rechts) und ich. Das Foto entstand auf dem Weltjugendtag 2016 in Krakau, als ich das Zelt von EWTN Deutschland “bewachte”.

Vielleicht war es diese Mischung aus Humor und Dickköpfigkeit, die die Nonne letztlich dazu veranlasste, mit einem Kapital von gerade einmal 200 Dollar das mittlerweile größte katholische Mediennetzwerk aus dem Boden zu stampfen: Das Eternal Word Television Network, kurz: EWTN.

Seit 2013 darf ich Teil dieser Geschichte sein als Mitarbeiter von EWTN Deutschland. Bei all den Auf und Abs ist mir besonders ein Satz von Mutter Angelica wichtig geworden:

“Wenn du nicht den Mut hast, etwas Lächerliches zu tun, kann Gott auch nichts Wunderbares daraus machen.”

Papst Franziskus hat kurz nach ihrem Tod gesagt, dass sie bestimmt im Himmel sei. Auch wenn Erzbischof Georg Gänswein vor wenigen Tagen noch augenzwinkernd nachschob: “Das war keine Heiligsprechung”: Wirklich wundern würde es mich nicht.

Ruhe in Frieden, Chefin!

Mein ausführliches Porträt der EWTN-Gründerin kann man gerne hier bei CNA Deutsch nachlesen.

Die Fastenzeit kann ätzend sein…

Klar, die alljährliche österliche Bußzeit – so heißt die “Fastenzeit” korrekterweise – hat seinen Sinn. Es ist die Vorbereitung auf Ostern, dem höchsten Fest im Kirchenjahr. Die Fastenzeit ist wichtig, spirituell sehr erfrischend und zudem höchst hilfreich, um die eigene innere Mitte (und wie man das alles nennt) zu finden.

Aber: Sie kann auch sehr nervenaufreibend sein. Ich habe meine Gedanken dazu hier in einem Beitrag für CNA Deutsch aufgeschrieben.


Zurück aus Panama!

Nach einem sehr eindrucksvollen Weltjugendtag in Panama bin ich letzte Woche wieder in Deutschland angekommen. Jetzt, da ich ein wenig Zeit hatte, um all die Eindrücke zu verarbeiten, habe ich ein kurzes Resümee geschrieben.

Von Herzen bedanke ich mich bei allen, die unsere Übertragungen so interessiert mitverfolgt haben! Danke besonders für die ehrliche Kritik. Wer immer alles gut findet, was wir machen, hat unsere Sendungen wahrscheinlich nicht gesehen… (An dieser Stelle könnte ein Zwinkersmiley stehen.)

Luft nach oben ist immer, deswegen hoffe ich, dass wir uns auch durch die Mithilfe unserer Zuschauer stetig weiterentwickeln. Wenn Sie das Bedürfnis haben Ihre Anregungen, Ihre Kritik oder gar Ihr Lob loswerden zu müssen, erreichen Sie uns im EWTN-Büro telefonisch unter 0221 / 300 619 10 oder per Email an info@ewtn.de. Vergelts´s Gott!

Auf nach Panama!

Heute fliege ich mit meinen Kollegen von EWTN nach Panama, um dort bis live von den wichtigsten Ereignissen des Weltjugendtags zu berichten. Für mich persönlich ist es nach Köln (2005), Madrid (2011) und Krakau (2016) bereits der vierte. Da ich mit jedem Jahr so langsam aus dem typischen Weltjugendtagsalter herauswachse, ist es daher nicht verkehrt, diese Chance noch einmal zu nutzen…

Ich werde versuchen neben der Arbeit vor der Kamera auch unseren Weltjugendtagsblog regelmäßig zu füttern. Auf www.panama19.de werde ich Sie auf dem Laufenden halten!

Die Sendezeiten für unsere Live-Übertragungen aus Panama finden Sie übrigens hier.

Ruhe in Frieden, Kardinal Meisner!

Am 5. Juli 2017 verstarb Joachim Kardinal Meisner. Der frühere Erzbischof von Köln hat sein Bistum geprägt wie nur wenige. Ich habe ihn – trotz aller Fehler und Schwächen – immer bewundert für seine Aufrichtigkeit. Er ist damit oft angeeckt und hat manche Menschen damit verletzt.

Hatte er sich erst mal in seinen “heiligen Zorn” hineingesteigert, war kaum jemand vor ihm sicher. Auch ich nicht.

Ein Jahr ist nun seit seinem Tod vergangen. Kurz vor dem Weltjugendtag 2016 in Krakau hatten wir von EWTN die Möglichkeit mit ihm zu sprechen. Es war ein denkwürdiges Interview, das er mit den Worten beendete:

“Gut, und jetzt hau ich ab!”

Kardinal Meisner wird uns auch weiterhin fehlen. Ruhe in Frieden!

Hier zum Beitrag: “Gut, und jetzt hau ich ab” – Meine letzte Begegnung mit Kardinal Meisner.

Alle Interviews mit den Trauergästen am Tag des Requiems von Kardinal Meisner gibt es hier.

 

Die gefrorene Bierdose – Eine Kunstanalyse

In Zeiten wie diesen ist es wichtig, genau die Themen wieder in den Mittelpunkt zu rücken, die die Menschen wirklich bewegen. Es muss Schluss sein mit banalem Alltagsgeplänkel und oberflächlicher Pöbelbelustigung, die lediglich auf möglichst viele Klicks und Likes aus ist.

Als seriöser Journalist nehme ich diese Aufgabe sehr ernst. Und habe deshalb etwas geschrieben.

Über eine gefrorene Bierdose.

Zu meinem Artikel bei f1rstlife.de geht es hier lang! Viel Freude damit!

 

Darum sind Katholiken die besseren Fußballfans

Gut, eigentlich war geplant, dass mein Artikel kurz nach dem Erreichen des Achtelfinals erscheint, weil sich da auch der Rest Deutschlands noch für Fußball interessiert.

Und jetzt… naja .

Wie auch immer: Hier ist mein neuester Artikel für die Tagespost!

 

Bischof Kohlgraf rätselt

Im Kommunionstreit hat sich Bischof Peter Kohlgraf erneut zu Wort gemeldet. Bereits in der Vergangenheit hatte er sich über das aktuelle Streitthema so geäußert:

“Denken wir eigentlich, wir müssten den lieben Gott beschützen, indem wir bestimmen, wer zur Kommunion gehen darf und wer nicht?”

Zu meinem Artikel bei CNA Deutsch geht’s hier lang.

Das Selbstbewusstsein von Margot Käßmann

Margot Käßmann hat sich in einem Interview darüber beschwert, dass Papst Franziskus noch zu wenig Reformen betreibe. Gleichzeitig gab sie selbstbewusst zu Protokoll, dass die evangelische Kirche in dem, was sie “modern” nennt, schon viel weiter sei. Zitat:

“So weit müssen sie in der Katholischen Kirche erst noch kommen.”

Zum Interview geht’s hier lang.

Markus Hofmann über die Ökumene

Auf dem Katholikentag in Münster gab es viele Aufreger. Das Thema der Kommunion für konfessionsverschiedene Ehepaare wurde dabei besonders heiß diskutiert. Kardinal Marx hat sich mehrfach dafür ausgesprochen, aus der bisherigen Ausnahmeregelung die Regel zu machen, auch das ZdK und andere kirchensteuerfinanzierten Verbände blasen in dieses Horn. Echte Ökumene, so der Tenor, könne es nur dann geben, wenn die lästige Unterscheidung zwischen “Abendmahl” und “Eucharistie” aufgehoben ist.

Wohltuend ruhig und unaufgeregt hat sich am Rande des Katholikentags der neue Generalvikar Markus Hofmann zu den Fortschritten in der Ökumene geäußert und dabei auch noch Tipps gegeben, wie ein Leben nach dem Katholikentagsmotto “Suche Frieden!” gelingen kann.

Das Interview, das wir in der Medienmeile am Stand von EWTN gedreht haben, gibt es hier:

“Mary’s Land” – der Medjugorie-Film

Über ein Jahr ist es schon her, seit ich den Film “Mary’s Land” zum ersten Mal gesehen und für “DIE TAGESPOST” darüber geschrieben habe. Der Film ist ein Phänomen, hat er es doch tatsächlich geschafft, viele Kinobetreiber zu überzeugen, den Film ins Programm zu nehmen.

Er wurde mir von vielen gläubigen Christen wärmstens empfohlen, da “Mary’s Land” ein toller Film sei, der das Wirken der Gottesmutter in der heutigen Zeit gut zeigen würde.

Was das angeht, wurde ich jedoch enttäuscht, da sich “Mary’s Land” fast ausschließlich mit den Vorgängen (Erscheinungen?) in und um Medjugorie und deren Wirkung auf Gläubige aus aller Welt befasst. Anerkannte Erscheinungsorte wie Fatima und Lourdes werden wenn dann nur gestreift. Guadalupe ist sogar nur auf der Stofftasche eines mitspielenden Models erkennbar.

Wie dem auch sei, genug gemeckert. Zum Artikel geht es hier lang.

Photobomber und Mitarbeiter des Monats!

Beim “Fest der Jugend” am Pfingstwochenende konnte ich erneut meine Reife und den eigenen Anspruch, als erwachsener Mensch ernstgenommen zu werden, zum Ausdruck bringen.

Gott sei Dank wurde der perfekt durchchoreografierte Auftritt im Bewegtbild festgehalten (ab 5h 20min 20 sec):

Hiermit bewerbe ich mich als “Mitarbeiter des Monats”.

“Fragt nicht, was die Kirche für Euch tun kann…”

“Ich hab festgestellt, dass ich mehr Zeit in den Kirchenaustritt gesteckt hab, als die Kirche wohl jemals in mich investiert hat”, schreibt David Holte auf Twitter. Holte ist gemeinsam mit Erik Flügge Autor des Buches “Eine Kirche für Viele statt heiligem Rest”.

“Fragt nicht, was Amerika für euch tun wird”, hat John F. Kennedy einmal gesagt, “sondern fragt, was wir gemeinsam tun können für die Freiheit des Menschen.”

Ich will kein großes Fass aufmachen und anfangen über die Kirchensteuer und all die Fehler der Institution Kirche aufzählen, die einen formalen Austritt aus der “Körperschaft Kirche” rechtfertigen könnten. Ich möchte auch keine theologische Abhandlung über die Kirche als Gemeinschaft aller Gläubigen, als lebendige Braut Christi, beginnen.

Doch statt mit verschränkten Armen dazusitzen und darauf zu warten, dass “die” Kirche auf mich zukommt und mir alle Steine aus dem Weg räumt, wäre es nicht an der Zeit stattdessen die Ärmel hochzukrempeln und anzufangen ein lebendiger Baustein dieser Kirche zu sein, genau dort, wo Gott mich hingestellt hat?

Ja, das war natürlich nur eine rhetorische Frage. Statt rumzujammern und öffentlichwirksam das eigene Leiden an der Kirche zu zelebrieren, von der man sich eigentlich entfernt hatte (warum die so gescholtene Kirche das auch noch mitmacht, ist eine andere Frage…), könnte man entgegnen:

“Fragt nicht, was die Kirche für Euch tun kann. Fragt, was Ihr für die Kirche tun könnt.”

Es klingt pathetisch und ein wenig selbstgerecht. Aber als sündiges Mitglied dieser Kirche nehme ich mir das einfach mal heraus.

(Foto: Screenshot Twitter David Holte)

Tobias Klein über den “heiligen Rest”

Als Reaktion auf die Diskussion über den “heiligen Rest” hat der Berliner Blogger Tobias Klein einen bemerkenswerten Beitrag verfasst. Tobias, der innerhalb der Blogozese bekannt ist für seine ausufernden Verbalexzesse (zwinker, zwinker!), hat sich erneut seinen “heiligen Zorn” von der Seele geschrieben und ich finde, dass man das, was am Ende bei rausgekommen ist, gut lesen kann und lesen sollte.

Übrigens nicht nur deshalb, weil er sich äußerst schmeichelhaft über meinen Tagespost-Artikel äußert:

“Ein entschieden anderes Bild vom “heiligen Rest” zeichnet Rudolf Gehrig in seinem so betitelten Beitrag in der Kolumne “Junge Federn” der “Tagespost”. Darin beschreibt er die “maximal zwanzig Leute”, die sich in einer ungenannten Kirche vor einer Werktags-Abendmesse zur Eucharistischen Anbetung versammeln.”

Zum Beitrag.

P.S.: Tobias Klein ist auch verantwortlich für die Übersetzung des vielbeachteten Buches “Die Benedikt Option” von Rod Dreher.

Der Katholikentag 2018 in Münster 2018

Vom 9. bis zum 13. Mai 2018 bin ich mit EWTN.TV beim Katholikentag in Münster gewesen und habe dabei auch für CNA Deutsch berichtet.

Für EWTN habe ich an der Sendung “EWTN vor Ort – Der Katholikentag in Münster” mitgearbeitet. Alle Videos und Interviews finden Sie hier in der Playlist.

Eine kurze  Übersicht über den Katholikentag mit Weiterverlinkungen zu dem ein oder anderen Artikel gibt es hier unter “Die 7 größten Aufreger des Katholikentags”.

 

Der “heilige Rest”

In den letzten Tagen und Wochen wurde viel über den “heiligen Rest” gesprochen, also jene kleiner werdende Minderheit, die noch regelmäßig die Sakramente (Eucharistie, Beichte, …) empfängt und den katholischen Glauben praktiziert.

In meinem neuesten Beitrag für die katholische Wochenzeitung “Die Tagespost” hatte ich das Bedürfnis, diesen “heiligen Rest” einmal in Schutz zu nehmen.

Zum Beitrag.