Die großen Herausforderungen der Menschheit

Erstmals veröffentlicht, ungekürzt und unzensiert: Meine wissenschaftliche Abhandlung über die Herausforderungen des Menschen – damals und heute.

Damals: Das Rad erfinden, Kinder ernähren, Weltkrieg verhindern, Pest eindämmen, Wettrüsten, Rechtschreibreform, Reform der Rechtschreibreform, Terror bekämpfen, Atomschutzbunker bauen, Atomkraftwerke bauen, Atomkraftwerke einreißen, Schlaghosen tragen, Modern Talking ertragen, Amerika entdecken, das Rad neu erfinden, alles von Euro in Mark umrechnen, Mammuts jagen, Wölfe töten, Wölfe wieder zurückholen, England bombardieren, sich bombardieren lassen, Deutschland wieder aufbauen, Sepp Blatter aus dem Amt jagen, Eiszeit, Dürrezeit, Zeitung „Die Zeit“, Kolonien errichten, Kolonien zurückgeben, Al Capone verhaften, Regenwald retten, Bin Laden unterstützen, Bin Laden suchen, Bin Laden hinrichten, Hardware sicher entfernen, Thomas Mann lesen, Eurokrise, Pfandflaschenautomaten leeren, GEZ-Gebühren zahlen und Ananas auf der Pizza.

Heute: Einfach nur mal dasitzen, Feierabendbier genießen und Handy weglegen.

(Das sollte ich gleich auch tun ... Schönes Wochenende allerseits!)

NEUER ARTIKEL: “Seid endlich wieder radikal!”

Ich finde alles gut, was (auch noch gleichzeitig!) gegen BDKJ, NGL und gestaltete Mitten geht.” So hat ein Freund im Scherz auf meinen neuen Artikel in der katholischen Wochenzeitung DIE TAGESPOST reagiert. Ganz so schlimm ist – glaube ich – der Text zwar nicht, dennoch gibt es bestimmte Dinge, die ich seit längerer Zeit mit wachsender Verwunderung beobachte:

Was hat die Kirche nicht schon alles versucht, um an der Jugend „dran zu sein“. Mit einem leichten Schauer erinnern sich einige an jene Gemeindereferenten und Religionslehrer, die mit hippen Halstüchern und „gestalteten Mitten“ den postkonziliaren Frühling der Kirche zu verkörpern versuchten. Auch das „Neue Geistliche Liedgut“ (NGL) kommt in diesen Zusammenhängen heute noch gerne zum Einsatz, obwohl die Lieder – man möge diese sehr subjektive Empfindung hier zugestehen – seit mindestens 40 Jahren weder „neu“, besonders „geistlich“ oder gar „gut“ sind. Weder die „Bibel in geschlechtergerechter Sprache“, noch das inbrünstige Singen von „Die Sache Jesu braucht Begeisterte“ konnten den massiven Mitgliederverlust der katholischen Kirche in Deutschland aufhalten. Es scheint, als laufe der Kirche „die Jugend“ davon. Priester, Bischöfe und Pastoralreferenten laufen ihnen gutmeinend, aber zunehmend verzweifelt nach.

Der Artikel erscheint in der heutigen Printausgabe der TAGESPOST, ist aber auch hier online in voller Länge abrufbar.

Ein paar wichtige Worte zum neuen Jahr

Ich habe leider nicht wirklich was zu sagen, deswegen sehe ich hier auch keine Veranlassung, die Phrasendresch-Maschine anzuwerfen und meine treue Leserschaft (hallo, ihr drei! Und danke, Mama, dass du meine Homepage immer in einem Tab offen lässt!) mit Plattitüden zum alten Jahr und mit abgedroschenen Durchhalte-Parolen zum neuen Jahr zu langweilen.

Bleiben Sie sauber, bleiben Sie sportlich und bleiben Sie – nach Möglichkeit – katholisch!

Ihr

Rudolf Gehrig

Was, wenn am Ende doch etwas dran ist?

Weihnachtszeit ist die schönste Zeit”, pflegt ein Freund jedes Jahr um diese Zeit zu mir zu sagen, um dann einschränkend hinzuzufügen: “Es sei denn, man heißt Rudolf!” Es dauert nicht lange, dann wird entweder er selbst oder jemand, der mit uns unterwegs ist, einen alten Weihnachtsklassiker anstimmen, der von einem jungen Paarhufer aus dem hohen Norden handelt, dessen körperliche Behinderung (eine rot leuchtende Nase) sich der Weihnachtsmann zunutze macht, um eine Frontbeleuchtung für sein nicht registriertes Fluggerät zu haben. Das besungene Wesen, in der Fachwelt Rangifer tarandus genannt, hört auf den Namen “Rudolf”. So wie ich. Leider.

Meine fränkische Heimatzeitung hat mir einen Gastartikel zu Weihnachten angeboten. Gerne habe ich diese Möglichkeit wahrgenommen, um…

a) mein altes Namenstrauma zu bewältigen,

b) von meinem Bundesliga-Nachmittag mit dem heiligen Nikolaus zu erzählen

…und c) mal laut darüber nachzudenken, was denn wäre, wenn an dieser Sache mit dem Jesuskind tatsächlich etwas dran ist.

Ich danke der Redaktionsleiterin Susanne Will (einige erinnern sich vielleicht noch an unser “Sex-Interview”) und wünsche allen Lesern frohe und gesegnete Weihnachten!

Den kompletten Artikel kann man übrigens kostenfrei hier bei inFranken.de nachlesen.

NEUER ARTIKEL: Rezension zu Bischof Stefan Osters “CREDO”

Wir schreiben das Jahr 2019, doch als sich die schwere Tür zur Krypta öffnet, weht dem geneigten Gast ein sanfter Hauch vergangener Glorie entgegen. Eines wird sofort deutlich: Offenbar hat es sich nicht bis nach Passau herumgesprochen, dass PowerPoint-Präsentationen ‘voll 2010’ sind. Doch der Mann, der vor der improvisierten Leinwand steht und engagiert mit dem Laserpointer über seine Vortragsfolien saust, macht schnell deutlich, dass er ‘nicht von gestern’ ist, auch wenn er uralte Wahrheiten verkündet. Der Mann, der die andere Hand nur zum Gestikulieren aus der Hosentasche nimmt und mit einer Intensität von Gott spricht, so, als ob es Ihn wirklich gäbe, trägt ein Kreuz um seinen Hals und ist der Hirte dieses Bistums: Bischof Stefan Oster.”

In der aktuellen Ausgabe der kath. Wochenzeitung “DIE TAGESPOST” habe ich das neue Buch des Passauer Bischofs Stefan Oster besprochen (“CREDO”) und dabei auch meinen Eindruck von seinen “Believe and Pray”-Abenden geschildert.

SPOILER: Es lohnt sich. Beides!

Hier kann man die Rezension online nachzulesen. Außerdem habe ich zuvor mit ihm ein Interview geführt, welches hier bei CNA Deutsch veröffentlicht wurde.

Danke, Altötting!

Gestern ist in Altötting der erste “Adoratio”-Kongress in Deutschland zu Ende gegangen. Eigentlich bin ich “nur” beruflich vor Ort gewesen, um für EWTN und CNA Deutsch zu berichten.

Trotzdem haben mich die vergangen drei Tage auch persönlich berührt. Ein besonderer Dank gilt hierbei Bischof Stefan Oster, der als Gastgeber diese Veranstaltung erst möglich gemacht hat. Ein ganzer Kongress zum Thema “Anbetung”? Rein thematisch klang das im Vorfeld nicht unbedingt nach einem Kassenschlager, aber da an diesem Wochenende ohnehin keine Bundesliga lief (ich hasse die Länderspielpause!), blieben wenig Alternativen.

Gerade als katholischer Medienschaffender unterliegt man häufig dem Irrtum, man müsse in diesem hektischen Zeitalter zu allem eine Meinung haben und diese ungefragt in den Äther hinausblasen (q.e.d.). Doch dann fährt man nach Altötting, wundert sich über die außergewöhnliche Kircheninnenraumbeleuchtung, den miese Handyempfang (wenngleich das kein Wunder ist) und findet sich auf einmal auf den Knien vor dem ausgesetzten Allerheiligsten wieder.

Wir Katholiken glauben daran, dass Gott in diesem gewandelten Stück Brot tatsächlich bei uns ist. Man senkt den Blick, kommt zur Ruhe, hält endlich die Klappe und vergisst sich – wenigstens für einen Moment – selbst. Und in diesem Moment “hört” man endlich wieder die Person, über die man sich den ganzen Tag lang geschäftig den Mund faserig geredet hat: Jesus Christus.

Bei all den Fehlern und Sünden, die wir als seine Kirche begehen und begangen haben, bei all den komischen Gestalten, die da teilweise rumlaufen, geht es letztlich um einen, der größer ist als all das Gerede, das um Ihn gemacht wird. Und wenn man endlich den Mut und die Kraft findet, um vor Ihm in die Knie zu gehen und ruhig zu werden, trifft es einen oft tiefer und nachhaltiger als die schönen Lieder und Bücher, die über Ihn geschrieben werden (selbstverständlich sollte weiterhin über Ihn geschrieben werden, sonst müsste ich mir nen neuen Job suchen 😉).

Oft sieht man diese Momente im Vorfeld nicht kommen. Manchmal bleiben sie lange aus. Und manchmal treffen sie einen unvermittelt in der bayerischen Provinz. Dafür: Danke, Altötting!


Bischof Oster: “Wir sind dafür da, dass die Menschen zu Christus finden”

Neulich habe ich auf dem Rückweg aus Heiligenkreuz (ich habe dort an den berüchtigten Kraftsporttagen mit Pater Karl Wallner teilgenommen) in Passau bei Bischof Stefan Oster vorbeigeschaut und mit ihm über sein neues Buch “CREDO” gesprochen. Besonderer Dank geht hierbei an Thomas Weggartner, den Referenten des Bischofs, der das relativ spontane Treffen möglich gemacht hat. Danke auch an meinen Bruder Leopold, der mit seinem Handy und als Kameramann eingesprungen ist. Und natürlich auch meinem EWTN-Kollegen Thomas Korzekwa, der nach Feierabend noch schnell Clip daraus gebastelt hat.

Das komplette Interview gibt es jetzt hier bei CNA Deutsch.

Doch auch für die Lesefaulen ist gesorgt. Das Video gibt’s hier auf dem YouTube-Kanal von EWTN Deutschland:

NEUER ARTIKEL: “Glaubst du wirklich an das alles?”

Mein neuer Artikel für die katholische Wochenzeitung “DIE TAGESPOST” ist letzte Woche zum Hochfest Allerheiligen erschienen. Es geht um den Tod meiner Schwester und die Bedeutung dieses Verlusts für meinen Glauben.

Der Artikel ist auch online hier nachzulesen.

Als meine Schwester starb

Auf den Tag genau vor zehn Jahren habe ich zum ersten Mal die Kirchenglocken in Münnerstadt gehört, während ich im Unterricht saß. Ich war in der 9. Klasse, wir hatten gerade Mathe und um 11.00 Uhr hörte ich das Bimmeln der Glocken der Stadtpfarrkirche vom Klassenzimmer aus. Vielleicht, weil an diesem Tag der Wind günstig stand und vielleicht war irgendwo ein Fenster offen und vielleicht hatte ich sie in den Schuljahren davor schon einmal gehört, aber nie bewusst wahrgenommen. Doch an jenem 8. Oktober 2009 hörte ich sie läuten – und dachte mir nichts dabei.

Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: Knapp 130 Kilometer weiter machte meine kleine Schwester in den Armen meiner Eltern ein letztes Mal ihre Augen auf, bevor sie diese mit einem unbeschreiblichen Lächeln im Gesicht für immer schloss.

Ich bin kein Mensch, der mit aller Gewalt seinen Alltag nach irgendwelchen himmlischen Zeichen absucht, doch in den letzten Tagen im Leben meiner Schwester passierten allerlei wundersame Dinge. Pia war aufgrund eines schweren Herzfehlers von Anfang an dem Tod geweiht. Nie vergessen werde ich das Gerede im Dorf, als die Neuigkeit die Runde machte, dass meine Mutter nach mir und meinen drei Brüdern nun noch einmal schwanger war. Die Stimmung wandelte sich leicht, nachdem das Ausmaß ihrer Krankheit bekannt wurde. Viele Leute, die es gut meinten, versuchten Trost zu spenden oder einfach da zu sein.

Pia lebte gerade einmal drei Monate bei uns, bevor sie die Heimreise antrat. Als pubertierendes Kerlchen konnte oder wollte ich nicht wahrhaben, dass ihre Zeit begrenzt war. Als sie dann nur zehn Tage nach meinem 16. Geburtstag starb, war das ein heftiger Schlag in die Fresse, der mich lange Zeit benommen zurückließ.

Pia war ein richtiger Brocken. Leider war sie nach drei Monaten schon wieder auf dem Heimweg.

Ich bin als Kind zum Glauben erzogen worden. Dieser Glaube an Gott war etwas fast Selbstverständliches für mich. Doch an jenem 8. Oktober 2009, als ich mit meinem kleinen Bruder von der Schule nachhause kam und meine Tante mit Tränen in den Augen vor uns stand und sagte, dass Pia um 11.00 Uhr in der Kinderklinik in Erlangen verstorben ist, als ich drei Tage später am offenen Sarg ein letztes Mal ihr kaltes Händchen streichelte, als ich bei ihrer Beerdigung neben dem Pfarrer stand (ich ministrierte), dem Sarg dabei zusah, wie er in der Erde verschwand und bemerkte, wie der regengraue Himmel plötzlich aufriss und ein Sonnenstrahl auf uns herabfiel – in diesen Momenten war ich von der tatsächlichen Existenz Gottes geradezu erschüttert. Ich “spürte” Ihn so deutlich wie nie.

Ich weiß, dass für viele Menschen der Tod von Kindern erst Recht Anlass ist, an Gottes Güte zu zweifeln. Die Frage, warum dies geschieht, wird auf Erden wohl immer unbeantwortet sein. Für mich war der Tod meiner Schwester ein radikaler Einschnitt, bei dem ich mich fragen musste:

Glaubst du wirklich an das alles?

Glaubst du wirklich an ein Leben nach dem Tod?

Glaubst du wirklich, dass Gott dich unendlich liebt?

Wie man sieht, habe ich zum Teil meine Antworten schon gefunden. Ich habe die feste Überzeugung, dass meine Schwester bei Gott ist und ich sie dort eines Tages wiedersehe. Doch auch die Trauer bleibt ein Teil dieses Weges. Ich bewundere den Mut meiner Eltern, die uns zwei Jahre nach Pias Tod erneut eine Schwester geschenkt haben. Dass sie völlig gesund ist und uns ältere Geschwister teilweise richtig auf die Nerven gehen kann, ist ein Geschenk, das ich erst jetzt zu schätzen weiß. Sie weiß, dass sie eine ältere Schwester hat, die nicht mehr hier ist. Dieser Platz bleibt in gewisser Weise immer leer, ein kleine, offene Wunde, mit der man leben kann, die dennoch hin und wieder brennt. Ich merke es besonders dann, wenn sich die Jahrestage von Pias Todestag nähern oder die Leute fragen, wie viele Geschwister ich habe und ich mich beim Gedanken ertappe, ob ich Pia mitzählen soll oder nicht. Und dann sind da die Momente, in denen ich sie klar vor Augen habe und irgendwie weiß, dass sie “da” ist.

In dieser Zeit habe ich oft mit Gott gestritten, gehadert, mich auch mal Tage lang nicht bei Ihm gemeldet. Doch Seine Existenz habe ich nie ernsthaft angezweifelt. Seine Gegenwart erscheint mir dafür zu real. Zum Teil bin ich aber weiterhin auf der Suche nach Antworten auf dieses große, unsagbare Geheimnis. Pauschale Antworten gibt es – vermutlich – nicht und wenn ich erklären soll, wie ich nach all dem immer noch an Gott glauben kann, weiß ich manchmal nicht, was ich sagen soll, ohne den Tod meiner Schwester zu instrumentalisieren, um fromme Dinge zu schwafeln.

Die kürzeste Antwort ist vielleicht: Weil Gott an mich glaubt.

In eigener Sache: Neuer Job!

Seit dem 1. Oktober 2013 arbeite ich seit genau sechs Jahren für den katholischen Fernsehsender EWTN.TV in Köln. Am 1. Oktober 2019, genau sechs Jahre später, ist eine zweite große Aufgabe dazugekommen: Die katholische Nachrichtenagentur CNA Deutsch macht mich zum Chefkorrespondenten für das deutschsprachige Europa.

Als katholischer Journalist ist es eine Ehre für mich meinen Teil dazu beizutragen, dass vom “normalen” Gottesdienstbesucher bis zum glaubensfernen Kirchenkritiker die Menschen weiterhin von der Kirche hören werden. Ich werde vor allem aus dem deutschsprachigen Teil der Weltkirche berichten und gelegentlich die Geschehnisse mit katholischer Brille kommentieren.

Weiterhin werde ich für die EWTN-Familie als Redakteur, Moderator und Berichterstatter arbeiten. Einige neue Sendungen sind bereits in Planung, auch bei Live- oder Sondersendungen wird man hin und wieder (wohl oder übel) mein Gesicht auf der Mattscheibe sehen. Oft werden beide Aufgabenbereiche verschmelzen, wie demnächst, wenn ich Mitte Oktober für EWTN und CNA Deutsch aus Rom über die bevorstehende Amazonas-Synode berichten darf.

Ich freue mich darauf, für CNA Deutsch einen unverstellten, katholischen Blick auf die Kirche in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu werfen. Ich danke dem Chefredakteur Anian Christoph Wimmer für die Möglichkeit hierbei mein Wissen und meine Erfahrungen einzubringen.

Journalisten sind zwar oft in der Versuchung als “Welterklärer” oder “Besserwisser” aufzutreten. Ich für meinen Teil erinnere mich jedoch immer wieder gerne an eine Szene aus den Kult-Filmen von “Don Camillo”, in der der legendäre Priester sichtlich verzweifelt seine Augen zum gekreuzigten Herrn erhebt und fragt:

“Jesus, wer wird die Menschen jemals verstehen?”

Die Antwort kommt mit einer sanften Stimme: “Ich.”

Der Marsch fürs Leben 2019 – Bericht und Videos

Ich mache es kurz: Meinen Bericht über den diesjährigen Marsch fürs Leben gibt es hier bei CNA Deutsch.

Die Aufzeichnungen unserer Live-Übertragungen gibt es hier:

Und hier die zweite Live-Schalte mit dem “Straßen-Interview” (u.a. mit Bischof Stefan Oster und Weihbischof Florian Wörner):

Der Marsch fürs Leben 2019 – Live bei EWTN

Am morgigen Samstag, dem 21. September, ist es wieder soweit: Der alljährliche „Marsch fürs Leben“ zieht wieder tausende engagierte Menschen nach Berlin, um vor dem Reichstag für das Lebensrecht eines JEDEN unserer Mitmenschen auf die Straße zu gehen – ob jung, alt, krank, behindert oder ungeboren.

Gemeinsam mit Angelika Doose werde ich am Samstag, dem 21. September 2019, ab 12.30 Uhr live auf EWTN.TV berichten. Auch die Kundgebung werden wir ab 13.00 Uhr komplett übertragen. Anschließend werden wir ab 15.00 Uhr für eine weitere halbe Stunde live vom Marsch berichten. Bischof Stefan Oster (Passau), Bischof Rudolf Voderholzer (Regensburg) und der Augsburger Weihbischof Florian Wörner werden ebenfalls in Berlin erwartet und dann hoffentlich auch bei uns im Programm zu sehen sein.

Wer Zeit hat, ist herzlich eingeladen in Berlin dabei zu sein. Wer verhindert ist, hat ja noch uns (und eine hoffentlich stabile Internetleitung).

Auf folgenden Kanälen ist die Übertragung zu sehen:

Die Sendetermine sind alle hier in der Übersicht.

Viel Freude!

NEUER ARTIKEL: Streitet euch!

“Ich bin immer wieder fasziniert davon, wenn ich Zeuge werde, wie sich beim gemütlichen Plausch nach der Messe zwei Leute plötzlich gegenseitig an den Kragen gehen, nachdem sie sich vor wenigen Minuten noch die Hand zum Friedensgruß reichten. Ja, Streit kann manchmal sehr kleingeistig sein. Dass das Christentum nach all den Jahrhunderten des Streits noch immer existiert und nach wie vor die größte Glaubensgemeinschaft bildet, ist ein Wunder. Auf der anderen Seite ist gerade der Streit einer der Grundsteine für die erfolgreichste Weltreligion der Menschheitsgeschichte.

Lauscht man am Sonntag dem Evangelium, wird man feststellen, dass sich Jesus erstaunlich oft mit seinem Umfeld in die Wolle bekam. Und auch, dass dieser Umstand erstaunlich selten Erwähnung in der Predigt findet. Stattdessen wird Christus heutzutage häufig zum Posterboy der konfliktscheuen Weicheier karikiert.”

Dass ausgerechnet Christen “Friede, Freude, Eierkuchen” am lautesten zu trällern haben, ist eines der größten Missverständnisse in der jüngeren Zeitgeschichte. Warum das in Wirklichkeit jedoch ganz anders ist, darüber habe ich in meinem letzten Beitrag für die katholische Wochenzeitung “Die Tagespost” geschrieben.

Letzten Donnerstag erschien der Artikel “Streitet euch!” in der Printausgabe. Jetzt gibt es ihn hier auch online.

NEUER BEITRAG: Interview mit Katrin Schwegele von “Maria 1.0 – Maria braucht kein Update”

Anfang Mai hat sich die Initiative “Maria 1.0 – Maria braucht kein Update” zusammengetan, um auch jenen Frauen in der Kirche eine Stimme zu geben, die am Lehramt festhalten wollen. Die Initiatorin, die junge Mathematiklehrerin Johanna Stöhr aus Schongau, hat mir dazu damals ein Interview gegeben.

Seitdem hat sich viel getan. “Maria 1.0” wird von der Presse und auch von den Kirchenvertretern als ein Gesprächspartner wahrgenommen, mit dem man reden muss. So haben kürzlich auch “Katholisch-de” und “Vatican News” darüber berichtet, dass die Frauen-Initiative die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) wegen des sogenannten “synodalen Wegs” kritisiert und ein “Forum Neuevangelisierung” einfordert.

Ich habe mich dazu mit der Mit-Initiatorin Katrin Schwegele (21) unterhalten. Das komplette Interview lesen Sie hier bei CNA Deutsch.

Rudolf will’s wissen: Geistiger Kampf

Noch bis November läuft im regulären Programm von EWTN Deutschland meine Serie “Rudolf will’s wissen – Geistiger Kampf”. Darin spreche ich mit dem Schweizer Weihbischof Marian Eleganti (Bistum Chur) über Schwierigkeiten im Gebet und in der Gottesbeziehung. Wie kann ich Gottes Willen von meinen eigenen Hirngespinsten unterscheiden? Wie gehe ich mit meiner inneren Unruhe um? Was ist, wenn ich nicht mehr beten kann/will?

Mit Weihbischof Marian Eleganti im Gespräch. Foto: EWTN

Gedreht haben wir die Serie im Herbst 2016. Der Drehort war traumhaft, wir nutzen dabei die Räumlichkeiten des Bistums in Chur. Für die verschiedenen Intros der Serienteile haben wir nicht nur in der wunderschönen Innenstadt von Chur gedreht, sondern auch im bekannten Ski-Gebiet Arosa. Über kurvige Abenteuerstraßen sind wir bis zum Berggipfel gefahren, damit ich nachdenklich durch den Schnee stapfen kann.

Eine weitere Besonderheit war außerdem die Mitwirkung von Bernarda. Die junge Katholikin ist eine Bekannte von Weihbischof Eleganti und mit einem Gesangstalent ausgestattet worden, das Gott mir selbst vorenthalten hat. Gemeinsam mit dem Weihbischof hat sie vor jeder Sendung ein neues Lied eingesungen.

Die gesamte Serie läuft noch bis Ende November bei EWTN (zum Wochenprogramm geht’s hier). Doch Menschen mit Internetzugang haben bereits jetzt die Möglichkeit, diese und weitere Serien in der EWTN-Mediathek abzurufen. Zur Serie “Rudolf will’s wissen – Geistiger Kampf” geht’s hier lang!

Viel Freude damit!

Auf dem Gipfel. Foto: EWTN

Das Sex-Interview

“Moin! Ich checks nicht: Hast du jetzt Sex oder nicht?”

Diese Frage erreichte mich am letzten Freitag per Facebook. Ich hatte gerade meinen jüngsten Artikel für die Tagespost gepostet und darin unter anderem meine Faszination für die Theologie des Leibes nach Johannes Paul II. geschildert. Die Frage bezüglich meiner sexuellen Aktivitäten kam von Susanne Will aus Münnerstadt. Ihr Job: Leitende Redakteurin im Lokalen beim Medienriesen infranken.de.

Sie kam schnell zur Sache. Wir hätten gerade das 50-jährige Jubiläum von Woodstock und freier Liebe Jahre Woodstock, ob ich nicht Lust hätte der Zeitung mal meine Sicht der Dinge zu schildern, gewissermaßen als strammer Spießer-Katholik, der bewusst der lustvollen Lenden-Labsal entsagt. Wir haben erst ein bisschen herumgeblödelt, doch dann kamen die Interview-Fragen.

Vorneweg: Ich war überrascht, wie direkt und treffsicher die Fragen waren. Als Katholik ist man eigentlich blöde Sprüche und Vorurteile gewohnt. Doch Susanne Will hat sich nicht damit aufgehalten alte Kamellen nochmal aufzuwärmen, sondern tatsächlich die Dinge zu fragen, die den Kern der Sache betreffen:

“Wenn Gott uns doch mit all unseren Sehnsüchten, Gefühlen und Verlangen erschaffen hat, wie kann es dann schlecht sein, auch vor der Ehe dem nachzugehen?”

Oder:

“Warum ist Sex vor der Ehe eine Sünde und danach keine mehr? Es wird weder vor noch nach der Ehe etwas anderes sein als der Akt, im Idealfall mit Liebe gemacht.

Außerdem ging es noch um Selbstbefriedigung, Penisvergleiche im Fußballverein oder Probefahrten im Bett.

Das ganze Interview finden Sie hier unter diesem Link.

Berufskrankheit: Eitelkeit

Journalisten, so hat mir einmal ein alter Zeitungshase mal verraten, leiden unter einer Berufskrankheit: Es ist die Eitelkeit. Journalisten möchten gerne gehätschelt und bewundert werden, von den einen gefürchtet, von den anderen für ihre Furchtlosigkeit geliebt werden. Einen ehrfurchtsvoller Blick und die Bestätigung, dass sie einen wichtigen Job machen. Sie wollen anders sein, etwas Besonderes.

Da jeder Mensch etwas Besonderes ist, ist das an und für sich kein Problem. Doch warum ist das so? Haben Journalisten, Redakteure, Reporter, Fernsehleute, Radiosprecher und sonstige Medienmacher ein höheres Geltungsbedürfnis als andere Berufsgruppen? In unserer EWTN-Serie „Rudolf will’s wissen – Wie erkenne ich Gottes Plan für mein Leben“ habe ich den Passauer Bischof Stefan Oster SDB gefragt, was ihn eigentlich dazu gebracht hat, in seinem früheren Leben als Radiomoderator jeden Morgen so früh aufzustehen – nur für eine Radiosendung? Ein bisschen, das gab er zu, hatte das durchaus mit Eitelkeit zu tun. Aber: Sind alle Journalisten so?

Da bei mir selbst „Redakteur“ auf meinem Visitenkärtchen steht (oh ja, ich habe ein Visitenkärtchen, seht her, wie wichtig ich bin!), muss ich diese Frage natürlich erst einmal verneinen. Gerade in der katholischen Medienarbeit ist die Demut ein wichtiges Gut. Sich immer wieder klar zu machen, dass ich nur ein kleines Zahnrad im Weinbergstraktor des Herrn bin, der für das Reich Gottes arbeiten soll und nicht für das eigene Ego, gehört unbedingt dazu! Trotzdem: Oft genug gelingt mir das nicht. Haben Sie beispielsweise mal gezählt, wie oft in diesen drei Absätzen schon das kleine Wörtchen „ich“ vorkam?

Wie weit es mit der Demut her ist, habe ich gemerkt, als wir im Januar beim Weltjugendtag in Panama unsere Presseakkreditierungen für die kommenden Tage im Pressezentrum von Panama City abholen sollten. Mit einer solchen Akkreditierung bekommt man als Journalist besondere Zugänge und Privilegien, manchmal sogar kostenlose Verpflegung. Außerdem hat man dann ein cooles Presse-Schild mit dem eigenen Namen und einem Foto um den Hals hängen und die Security muss dich bei eigentlich geschlossenen Veranstaltungen durchlassen. Oder du kommst wie beim Weltjugendtag in Krakau bis ganz vorne an die VIP-Plätze ran und kannst Fotos vom Papst aus nächster Nähe schießen.

Dass sich Eitelkeit nicht mit dem Berufsbild eines katholischen Journalisten verträgt, ist klar. Ganz davor gefeit ist man jedoch nicht immer.

Doch dieses Mal sah es so aus, als müsste ich dem Papst – wenn überhaupt – vom Fernseher aus zusehen, denn: Mein Presseausweis war noch nicht da. Meinen Kollegen ging es genauso. Lediglich zwei Kollegen erhielten ihren Ausweis. Der Rest guckte in die Röhre. Wir sollten am nächsten Tag noch einmal kommen, doch da waren sie – Überraschung! – immer noch nicht da. Das nagte natürlich am Ego. Wir hatten am ersten Tag ausnahmsweise mal ohne Ausweis hinter die Absperrung in das Pressezentrum hineingedurft, konnten schon einmal den süßen Duft der Wichtigkeit kosten und die Fressmeile begutachten. Doch jetzt standen wir draußen und drückten uns an der Fensterscheibe die Nasen platt.

Schließlich wurde mein Name aufgerufen. Da war das Ding. Einlaminiert. Erhaben. Ehrfurchtgebietend. Und: Leider fehlerhaft. Zwei zusätzliche Ziffern an der Stelle, wo meine ansonsten korrekte Passnummer steht, sorgten dafür, dass mein Presseausweis in der Hand der freundlichen Dame blieb. Ich hatte ihn noch nicht einmal berühren dürfen.

Die Dame fragte eine andere Dame. Hielt meinen Reisepass an mein rechtes Ohr, meinen fehlerhaften Presseausweis an mein anderes, zeigte auf mein Gesicht in der Mitte und signalisierte, dass sie persönlich der Überzeugung sei, dass ich mit der Person identisch bin, die auf dem Presseausweis zu sehen ist. Die andere Dame holte eine weitere Dame dazu. Diese ging zu einem Polizisten. Der wiederum rief einen anderen Polizisten herbei. Dieser hatte ein Funkgerät, sodass ich wenige Minuten später von noch mehr Polizisten umringt war.

Dann kam der große Auftritt des Polizeichefs. Auch er wurde angefunkt. Sein Blick war grimmig, in seinem Gesicht konnte man die Warnung lesen: „Hoffentlich ist es wichtig!“ Wieder der direkte Gesichtsvergleich. Kurze Diskussion. Dann ein paar Worte auf Spanisch von ihm. Ein erlösendes Nicken. Bevor er wieder ging, gab er mir noch kurz die Hand und knurrte ein kurzes „God bless you and welcome to Panama!“

Die ältere Dame, die mich während meines Marsches durch die Institutionen begleitet hatte, jubelte und überreichte mir nun fast schon feierlich meinen Ausweis. Ich hatte es geschafft. Ich war erleichtert und erschöpft. Nun würde ich also alle Sperren und Mauern überwinden können, wichtigen Leuten wichtige Fragen stellen und an der Fressmeile das ein oder andere Sandwich abstauben.

Auf der anderen Seite bedeutet dies auch: Ich „muss“ nun doch arbeiten. Das war es also mit: „Sorry, Chef, mein Ausweis ist nicht korrekt. Ich werde mich in den kommenden Tagen leider an den Strand legen müssen, aber wir sehen uns dann wieder auf dem Rückflug.“

Jedoch: Ein paar Tage später kam die Nachricht, dass wir eventuell erneut zum Pressezentrum müssen, um uns neue Ausweise zu holen. Es gab wohl einen Systemfehler – eventuell durch den zwischenzeitlichen landesweiten (!) Stromausfall. Unsere Ausweise waren also wieder ungültig. Und dies alles einen Tag vor unserer ersten Live-Übertragung. Ist noch jemand der Meinung, katholisches Fernsehen sei langweilig?

Doch letztlich ging alles gut. Wir bekamen neue Ausweise, fanden meist einen Weg zu unserem Kameraset und hatten trotz der ganzen Schwierigkeiten eine eindrucksvolle Zeit in Panama mit vielen Live-Sendungen. Es war eine wichtige Erfahrung, dass nicht alles von uns abhängt. Besonders dann, als einem unserer Kameramänner der Rucksack mit seiner kompletten Ausrüstung gestohlen wurde. Aber das ist eine andere Geschichte.

Hinweis: Dies ist die leicht überarbeitete Version eines Beitrags, der zuerst auf dem EWTN-Weltjugendtagsblog unter Panama19.de erschien.

NEUER ARTIKEL: Lehrer mit Augenmaß

Bewusst wahrgenommen habe ich Johannes Paul II. erst, als er schon in den letzten Jahren seines Pontifikats mit schwer mit seiner Krankheit kämpfen musste. Und doch hat mich vor allem seine Idee von der “Theologie des Leibes” sehr geprägt.

Umso betroffener haben mich die Nachrichten aus Rom gemacht, als es hieß, dass sein Institut umstrukturiert werden soll. Die ganze Sache hat “Geschmäckle”, da nicht wenige Beobachter dies als einen Vorstoß jenes Flügels innerhalb der Katholischen Kirche betrachten, der die bestehende Kirchenlehre in Bezug auf Sexualität, Ehe und Familie untergraben oder gar ändern will.

In der gestrigen Ausgabe der katholischen Wochenzeitung “Die Tagespost” habe ich auf Seite 11 dazu einen Kommentar verfasst. Nachlesen kann man ihn auch hier.

P.S.: Für dieselbe Ausgabe habe ich auch einen Artikel zum Hochfest Mariä Himmelfahrt verfasst. Nachzulesen ist er hier.

NEUER ARTIKEL: Dogma 1508 – Warum feiern wir eigentlich Mariä Himmelfahrt?

Haben Sie sich eigentlich schon einmal gefragt, warum wir Katholiken eigentlich immer so peinliche Feste feiern müssen? Mariä Himmelfahrt ist so ein Fest, das zwar – wenn man in Bayern oder im Saarland wohnt und deshalb einen freien Tag geschenkt bekommt – gerne genutzt wird, bei genauerem Nachdenken aber doch auch sehr seltsam wirken kann.

In der heutigen Ausgabe der “Tagespost” sind zwei Artikel von mir abgedruckt. Einmal auf Seite 11 ein Kommentar zur Umstrukturierung des Instituts von Johannes Paul II. in Rom und Verteidigung der “Theologie des Leibes”. Der andere Artikel auf Seite 18 beschäftigt sich mit dem Hochfest Mariä Himmelfahrt.

Warum hat die Kirche dieses Fest eingeführt, obwohl es eigentlich ganz “unbiblisch” ist? Hat es für uns heute überhaupt noch eine Bedeutung? Und generell: Warum feiern wir Katholiken immer so peinliche Feste? Ich frage mich:

Warum aber fällt es uns oft so schwer, zu unserem Glaubensgut zu stehen? Es gibt Menschen, die erzählen ganz selbstbewusst, dass sie daran glauben, dass die Erde eine Scheibe ist, die Pyramiden von Aliens errichtet wurden und dass die GEZ-Gebühren in ihrer Höhe und Art der Verwendung sinnvoll sind. Warum haben nicht wir dieses Selbst- und Sendungsbewusstsein, wo wir doch wissen, dass sich „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ uns offenbart hat?

Den ganzen Artikel finden Sie auch hier online auf der Homepage der “Tagespost”.