NEUER ARTIKEL: Rezension zu Bischof Stefan Osters “CREDO”

Wir schreiben das Jahr 2019, doch als sich die schwere Tür zur Krypta öffnet, weht dem geneigten Gast ein sanfter Hauch vergangener Glorie entgegen. Eines wird sofort deutlich: Offenbar hat es sich nicht bis nach Passau herumgesprochen, dass PowerPoint-Präsentationen ‘voll 2010’ sind. Doch der Mann, der vor der improvisierten Leinwand steht und engagiert mit dem Laserpointer über seine Vortragsfolien saust, macht schnell deutlich, dass er ‘nicht von gestern’ ist, auch wenn er uralte Wahrheiten verkündet. Der Mann, der die andere Hand nur zum Gestikulieren aus der Hosentasche nimmt und mit einer Intensität von Gott spricht, so, als ob es Ihn wirklich gäbe, trägt ein Kreuz um seinen Hals und ist der Hirte dieses Bistums: Bischof Stefan Oster.”

In der aktuellen Ausgabe der kath. Wochenzeitung “DIE TAGESPOST” habe ich das neue Buch des Passauer Bischofs Stefan Oster besprochen (“CREDO”) und dabei auch meinen Eindruck von seinen “Believe and Pray”-Abenden geschildert.

SPOILER: Es lohnt sich. Beides!

Hier kann man die Rezension online nachzulesen. Außerdem habe ich zuvor mit ihm ein Interview geführt, welches hier bei CNA Deutsch veröffentlicht wurde.

In eigener Sache: Neuer Job!

Seit dem 1. Oktober 2013 arbeite ich seit genau sechs Jahren für den katholischen Fernsehsender EWTN.TV in Köln. Am 1. Oktober 2019, genau sechs Jahre später, ist eine zweite große Aufgabe dazugekommen: Die katholische Nachrichtenagentur CNA Deutsch macht mich zum Chefkorrespondenten für das deutschsprachige Europa.

Als katholischer Journalist ist es eine Ehre für mich meinen Teil dazu beizutragen, dass vom “normalen” Gottesdienstbesucher bis zum glaubensfernen Kirchenkritiker die Menschen weiterhin von der Kirche hören werden. Ich werde vor allem aus dem deutschsprachigen Teil der Weltkirche berichten und gelegentlich die Geschehnisse mit katholischer Brille kommentieren.

Weiterhin werde ich für die EWTN-Familie als Redakteur, Moderator und Berichterstatter arbeiten. Einige neue Sendungen sind bereits in Planung, auch bei Live- oder Sondersendungen wird man hin und wieder (wohl oder übel) mein Gesicht auf der Mattscheibe sehen. Oft werden beide Aufgabenbereiche verschmelzen, wie demnächst, wenn ich Mitte Oktober für EWTN und CNA Deutsch aus Rom über die bevorstehende Amazonas-Synode berichten darf.

Ich freue mich darauf, für CNA Deutsch einen unverstellten, katholischen Blick auf die Kirche in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu werfen. Ich danke dem Chefredakteur Anian Christoph Wimmer für die Möglichkeit hierbei mein Wissen und meine Erfahrungen einzubringen.

Journalisten sind zwar oft in der Versuchung als “Welterklärer” oder “Besserwisser” aufzutreten. Ich für meinen Teil erinnere mich jedoch immer wieder gerne an eine Szene aus den Kult-Filmen von “Don Camillo”, in der der legendäre Priester sichtlich verzweifelt seine Augen zum gekreuzigten Herrn erhebt und fragt:

“Jesus, wer wird die Menschen jemals verstehen?”

Die Antwort kommt mit einer sanften Stimme: “Ich.”

Bischof Oster: “Haben wir genug Glauben?”

“Was muss man eigentlich alles tun? Zunächst einmal: Glauben. Es hilft ja auch nicht in Aktionismus zu verfallen und alle möglichen Dinge zu tun.“ Als ich den Passauer Bischof Stefan Oster Anfang des Jahres am Rande des Weltjugendtags in Panama für EWTN interviewt habe, war natürlich auch die aktuelle Glaubens- und Berufungskrise in Deutschland Thema unseres Gesprächs. Von übereilten “Reformen” hält der Passauer Oberhirte offensichtlich wenig.

Stattdessen gehe es um das “persönliche Ringen um Heiligkeit, auch die Dimension des Opfers, die Dimension des aufrichtigen persönlichen Gebetes und die Bereitschaft mit jungen Menschen zu gehen“. In Hinblick auf die immer häufig leer bleibenden Priesterseminare sei die entscheidende Frage:

“Haben wir genug Glauben, dass der Herr jeden Menschen beruft?“

Das Interview wurde Mitte Januar auf einer sonnigen Terrasse über den Dächern Panama Citys aufgezeichnet und ist hier abrufbar. Eine kurze Zusammenfassung gibt es hier bei CNA Deutsch.

Foto: EWTN.TV, Screenshot von der Serie “Rudolf will’s wissen – Wie erkenne ich Gottes Plan für mein Leben?”

Der Brief von Papst Franziskus: Traue niemals einer Zusammenfassung!

„In seinem 5700 Worte langen Brief betont der Papst wiederholt mit großer Deutlichkeit, dass die Kirche dazu da ist, den Glauben zu verkünden“, meldete CNA Deutsch am Samstagmittag des 29. Juni 2019. Wie bereits am Mittwoch bekannt wurde, hat Papst Franziskus einen Brief an die Gläubigen in Deutschland geschrieben. Zuerst wurde angenommen, der Text sei nur für die Bischöfe bestimmt. Dann wurden die Meldungen korrigiert mit dem Hinweis, der Brief sei an alle Katholiken in Deutschland gerichtet. Trotzdem wollte die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) erst drei Tage später – am heutigen Samstag – das Schreiben dem übrigen Kirchenvolk vorstellen.

Dies ist nun geschehen. Obwohl der sehr umfangreiche Papst-Brief von der weltlichen Öffentlichkeit weitgehend nicht einmal mit einem Achselzucken bedacht wird, wird in einschlägigen katholischen Foren bereits heiß über den Inhalt diskutiert.

Bei “katholisch-de”, dem “Internetportal der Katholischen Kirche in Deutschland” (Selbstbezeichnung), liest es sich so: “Papst Franziskus unterstützt deutsche Katholiken beim ‘synodalen Weg’.” Unterstützung hat der Heilige Vater tatsächlich zugesagt, er schreibt: “Die Sachlagen und Fragestellungen, die ich mit Euren Hirten anlässlich des letzten Ad-Limina-Besuches besprechen konnte, finden sicherlich weiterhin Resonanz in Euren Gemeinden. Wie bei jener Gelegenheit möchte ich Euch meine Unterstützung anbieten, meine Nähe auf dem gemeinsamen Weg kundtun und zur Suche nach einer freimütigen Antwort auf die gegenwärtige Situation ermuntern.”

Die klaren Worte von Franziskus zu jener “gegenwärtigen Situation” der Kirche fanden auch beim Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki Beifall:

“Dass Papst Franziskus sogar von ‘Erosion und Verfall des Glaubens’ in Deutschland spricht, zeigt, dass er wirklich nichts beschönigt und auch uns ermuntert, die Augen vor der Realität nicht zu verschließen. Die Krise der Kirche, da hat der Papst, so schmerzlich es ist, doch recht, ist in erster Linie eine Glaubenskrise.”

Was den sogenannten “synodalen Weg” betrifft, für den die Deutsche Bischofskonferenz seit einiger Zeit wirbt, findet der Heilige Vater jedoch deutliche Worte der Warnung. Der Begriff “synodaler Weg” stammt von der letzten Frühjahrsvollversammlung, er soll einen Weg beschreiben, bei dem es um Machtfragen innerhalb der Kirche geht und eine eventuelle Neuausrichtung der bisherigen Kirchenlehre in Bezug auf die Sexualmoral und den Zugang zu den Weiheämtern.

Dazu schreibt Franziskus, dass “eine der ersten und größten Versuchungen im kirchlichen Bereich darin bestehe zu glauben, dass die Lösungen der derzeitigen und zukünftigen Probleme ausschließlich auf dem Wege der Reform von Strukturen, Organisationen und Verwaltung zu erreichen sei, dass diese aber schlussendlich in keiner Weise die vitalen Punkte berühren, die eigentlich der Aufmerksamkeit bedürfen.” Er erinnert an sein Schreiben Evangelii Gaudium, bei dem er bereits warnte: “Es handelt sich um eine Art neuen Pelagianismus, der dazu führt, unser Vertrauen auf die Verwaltung zu setzen, auf den perfekten Apparat. Eine übertriebene Zentralisierung kompliziert aber das Leben der Kirche und ihre missionarische Dynamik, anstatt ihr zu helfen”.

Viel Text, viel Kirchendeutsch

In den ersten Reaktionen auf den Brief kritisieren viele Leser den großen Umfang des Papst-Schreibens. Mehrfach wird außerdem angemerkt, dass die Wortwahl “zu kirchisch” sei und teilweise über die Köpfe und das Verstehen des gläubigen “Fußvolkes” hinweggehe. Möglicherweise lag in dieser pastoralen Rücksichtnahme die Motivation der Pressestelle der Bischofskonferenz, den wichtigen Brief des Oberhirten an seine deutschen Schäfchen erst nach einem dreitägigen Wirkungs- und Verstehensprozess zu veröffentlichen. Umso interessanter ist die Feststellung, dass der Vorsitzende der DBK, Reinhard Kardinal Marx, wie auch der Vorsitzende des “Zentralkomitees der deutschen Katholiken” (ZdK), Thomas Sternberg, nach drei Tagen der Meditation trotzdem zu dem Schluss kommen, der Brief lade sie ein, “den angestoßenen Prozess in diesem Sinn weiterzugehen”. Dabei erhebt Franziskus noch einmal mahnend den Zeigefinger:

“Die derzeitige Situation anzunehmen und sie zu ertragen impliziert nicht Passivität oder Resignation und noch weniger Fahrlässigkeit; sie ist im Gegenteil eine Einladung, sich dem zu stellen, was in uns und in unseren Gemeinden abgestorben ist, was der Evangelisieren und der Heimsuchung durch den Herrn bedarf. Das aber verlangt Mut, denn, wessen wir bedürfen, ist viel mehr als ein struktureller, organisatorischer oder funktionaler Wandel.”

Vielleicht sind es die vielen irreführenden Zusammenfassungen, die zu den unterschiedlichen Deutungen geführt haben. Ein derart langes Schreiben lädt sicherlich dazu ein Rosinenpickerjournalismus zu betreiben und jene Sätze herauszustreichen, die der eigenen kirchenpolitischen Einstellung widerstreben. Auch der Verfasser dieser Zeilen kann sich dieser Versuchung nicht komplett erwehren.

Aus diesem Grund mein persönlicher Sommer-Tipp für diesen warmen, bundesliga-freien Samstagnachmittag:

Nehmen Sie sich einen kühlen Drink, setzen Sie sich auf die Terrasse (Sonnencreme nicht vergessen) und meditieren Sie in Ruhe über den Text des Heiligen Vaters. Lassen Sie sich nicht davon abschrecken, dass einige dem Kirchenvolk die Fähigkeit absprechen wollen, den Original-Text zu verstehen und Ihnen deshalb Deutungen aufnötigen. Bei Rückfragen und Anmerkungen wird Ihnen Ihr Heimatpfarrer nach der morgigen Sonntagsmesse sicher zur Verfügung stehen.

Trauen Sie niemals einer Zusammenfassung! Lesen Sie hier das Original im Wortlaut.

Foto: Daniel Ibanez / Catholic News Agency

Ruhe in Frieden, Kardinal Meisner!

Am 5. Juli 2017 verstarb Joachim Kardinal Meisner. Der frühere Erzbischof von Köln hat sein Bistum geprägt wie nur wenige. Ich habe ihn – trotz aller Fehler und Schwächen – immer bewundert für seine Aufrichtigkeit. Er ist damit oft angeeckt und hat manche Menschen damit verletzt.

Hatte er sich erst mal in seinen “heiligen Zorn” hineingesteigert, war kaum jemand vor ihm sicher. Auch ich nicht.

Ein Jahr ist nun seit seinem Tod vergangen. Kurz vor dem Weltjugendtag 2016 in Krakau hatten wir von EWTN die Möglichkeit mit ihm zu sprechen. Es war ein denkwürdiges Interview, das er mit den Worten beendete:

“Gut, und jetzt hau ich ab!”

Kardinal Meisner wird uns auch weiterhin fehlen. Ruhe in Frieden!

Hier zum Beitrag: “Gut, und jetzt hau ich ab” – Meine letzte Begegnung mit Kardinal Meisner.

Alle Interviews mit den Trauergästen am Tag des Requiems von Kardinal Meisner gibt es hier.

 

Bischof Kohlgraf rätselt

Im Kommunionstreit hat sich Bischof Peter Kohlgraf erneut zu Wort gemeldet. Bereits in der Vergangenheit hatte er sich über das aktuelle Streitthema so geäußert:

“Denken wir eigentlich, wir müssten den lieben Gott beschützen, indem wir bestimmen, wer zur Kommunion gehen darf und wer nicht?”

Zu meinem Artikel bei CNA Deutsch geht’s hier lang.

Der Katholikentag 2018 in Münster 2018

Vom 9. bis zum 13. Mai 2018 bin ich mit EWTN.TV beim Katholikentag in Münster gewesen und habe dabei auch für CNA Deutsch berichtet.

Für EWTN habe ich an der Sendung “EWTN vor Ort – Der Katholikentag in Münster” mitgearbeitet. Alle Videos und Interviews finden Sie hier in der Playlist.

Eine kurze  Übersicht über den Katholikentag mit Weiterverlinkungen zu dem ein oder anderen Artikel gibt es hier unter “Die 7 größten Aufreger des Katholikentags”.