“Selig, die nicht sehen und doch glauben”

Die Kirche feiert heute den Gedenktag des “ungläubigen Thomas”. Dabei war Thomas gar nicht ungläubig – er wollte es nur genau wissen. Während die übrigen Apostel dem auferstandenem Herrn bereits begegnet sind und voller Begeisterung davon schwärmten, war Thomas noch skeptisch:

“Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.”

Gesagt, getan. Als ihm acht Tage später Jesus wahrhaftig gegenüberstand, durfte sich Thomas selbst überzeugen. Erschüttert und voller Ehrfurcht entfuhr ihm ein: “Mein Herr und mein Gott!”

Jesus: “Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.”

Kleiner Insider-Tipp am Rande: Wer glauben UND sehen will, dem sei der katholische Fernsehsender EWTN.TV ans Herz gelegt. Grins.

Nachzulesen: Johannes 20,24-29.

Heute vor sechs Jahren: Mein erster “YOUCAT – Update! Beichten!”

Vor sechs Jahren, es war der 28. Juni 2013, wurde ich morgens in das Pfarrbüro der Gemeinde “St. Josef der Arbeiter” in Senden/Iller gerufen. Die Post hatte soeben ein großes Paket angeliefert und es stand mein Name drauf. Als ich den Absender las, schlug mein Herz gleich ein paar Takte schneller, doch erst, als ich das Paket aufriss hatte ich die Gewissheit: Ich hatte zum allerersten Mal ein Buch in der Hand, bei dessen Entstehung ich maßgeblich beteiligt gewesen bin. Ein kleines, lila (oder sagt man da: “violett”?) Büchlein mit dem Titel: “YOUCAT – Update! Beichten!”

Der YOUCAT war zu diesem Zeitpunkt bereits der heißeste Scheiß unter der Sonne der Neuevangelisierung. Das berühmte gelbe Buch, den Ur-YOUCAT, einen leicht lesbaren und sehr tiefgründigen Jugendkatechismus, hatte ich auch bei mir zuhause stehen. Er sollte die Jugendlichen wieder dabei helfen den Glauben zu verstehen, ohne fromme Floskeln und Klischees. Ein weiteres Buch aus der Reihe ist dort ebenfalls schon erschienen, ein Buch zur Firmvorbereitung. Doch dann, es war im Herbst 2012, wollten die YOUCAT-Macher eines zum Thema “Beichte”.

Dass ich zu der Ehre kam bei diesem Projekt mitzuwirken, habe ich zum Großteil Pfarrer Stephan Spiegel aus Senden zu verdanken, bei dem ich damals ein Jahr lang in der Pfarrei mitarbeitete (eine Art “Orientierungsjahr auf katholisch”). Er hatte den YOUCAT-Gründer Bernhard Meuser zu einem Einkehrtag eingeladen, den er für den Pfarrgemeinderat veranstaltete. Dort erzählte Meuser von den neuen Aufbrüchen in der Evangelisierung und wie der YOUCAT dabei helfen kann, diesen Glauben auch den jungen Leuten wieder verständlich zu machen. Es klingt jetzt etwas klischeehaft, aber ich weiß noch, wie mitreißend Bernhard Meuser über seine Vision gesprochen hat, sodass ich ganz aufgeregt seinen Worten lauschte und diese bestimmte, innere Unruhe verspürte, die einem anzeigt: “Boah, ich hätte so Bock, da mitzumachen!”

Aus dem ersten Interview mit Weihbischof Dick wurde eine lange Freundschaft: Seit 2013 gehe ich regelmäßig bei ihm beichten und noch heute berät er mich bei wichtigen Lebensentscheidungen.

Nach dem Einkehrtag sprachen wir persönlich miteinander. “Wir wollen ein Buch über die Beichte machen und möchten, dass du dabei bist.” Ich war überrascht. Ich ging damals schon regelmäßig beichten, etwa einmal im Monat. Aber macht mich das schon zu einem Experten für das Bußsakrament?

“Du musst kein Experte sein”, beruhigte mich Meuser. Der Gründer der Nightfever-Initiative, Andreas Süß, werde ein Vorwort schreiben und außerdem sei da noch immer Weihbischof Klaus Dick. Der Name sagte mir gar nichts. “Das ist ein emeritierter Weihbischof in Köln, du wirst dich mit ihm treffen und ein Interview führen, das wir dann mit ins Buch packen werden.”

Und so nahm die Sache ihren Lauf.

Zum ersten Mal einen Bischof umarmt

Bewaffnet mit einem elektronischen Diktiergerät, Ersatzbatterien und zur Sicherheit auch noch mit einem Kassetten-Rekorder mit Aufnahmefunktion (ich hatte wirklich Angst, dass etwas schief gehen könnte und ich direkt meinen ersten Buchauftrag in den Sand setze), kam ich mit einer frommen fränkischen Freundin in Köln an und wurde herzlich vom Weihbischof begrüßt. Ich war nervös und wusste nicht, wie ich dem hohen Herrn begegnen sollte. Er empfing uns mit offenen Armen und umarmte uns sehr herzlich. Die nächsten zwei Stunden waren spannend und aufschlussreich, ich war fasziniert davon, dass Weihbischof Dick jede Frage meines dicken Fragenkatalogs beantwortete, sogar die fiesen…

Ist die Beichte nicht ein Unterdrückungsinstrument der Kirche? Wenn ein Mörder bei Ihnen beichtet, warum gehen Sie dann nicht zur Polizei? Glauben Sie, dass Hitler in der Hölle sitzt?

So glücklich ich im ersten Moment auch damit war, dass der Weihbischof aus ausführlich und unterhaltsam antwortete, desto mehr jammerte ich, als ich noch Wochen später damit beschäftigt war, seine Antworten für das Buch mühselig abzutippen. Noch heute stehe ich tief in der Schuld der Ministrantin Anna aus Senden, die irgendwann Erbarmen zeigte und mir dabei half.

Dann nahm das Buch langsam Gestalt an. Ich schrieb eine Einleitung, diskutierte mit Bernhard Meuser einen Beichtspiegel, wir sammelten Fotos, besprachen uns mit dem Lektor Peter Bornhausen, telefonierten Andreas Süß wegen des Vorwortes hinterher und hörten uns die kritischen, aber hilfreichen Kommentare von Nils Baer an (der übrigens das Firmbuch der YOUCAT-Reihe verfasst hat). Dazu machte Alexander von Lengerke seine mittlerweile berühmt gewordenen Strichmännchen. Fast ein dreiviertel Jahr später war es endlich so weit: Das Buch ging in den Druck.

Blick auf den kleinen Tisch bei Weihbischof Dr. Klaus Dick. Hier nimmt er mir seit 2013 regelmäßig die Beichte ab.

Der große Tag

Mein aufregendes Jahr in Senden/Iller ging langsam zu Ende. Ein Jahr lang habe ich bei Pfarrer Stephan Spiegel im Pfarrhaus gewohnt, habe in der Gemeinde mitgearbeitet, im Kinderzentrum, bei den Ministranten und Firmlingen und quasi nebenbei versucht herauszufinden, was denn nun meine eigentliche Berufung ist. Erwartet Gott von mir, dass ich Priester werde? Soll ich einem Orden beitreten? Oder kann ich eine eigene Familie gründen? Und was ist mit der Schreiberei: Wird das für mich immer nur ein Hobby bleiben müssen oder kann ich das in irgendeiner Form beruflich machen?

Wie ich diese für mich quälenden Berufungsfragen beantwortet habe oder teilweise noch beantworten muss, ist eine andere Geschichte. Jedenfalls weiß ich nicht mehr genau, ob ich schon vor dem Zeitpunkt, als der YOUCAT Beichte erschien, bereits die Einladung zum Vorstellungsgespräch bei EWTN hatte. Es war klar, dass mein Jahr bei Pfarrer Spiegel bald zu Ende gehen wird und ich wusste noch nicht, wie es weitergehen sollte. Doch als die Pfarrsekretärin meinen Namen in das Pfarrhaus rief, um das große Paket entgegen zu nehmen, war das alles erst einmal egal. Ich hatte mein erstes, eigenes Werk in der Hand. Natürlich, es war nicht “mein” Werk, aber dennoch war es eine der sichtbarsten Früchte, die aus diesem Jahr hervorgegangen sind, indem ich mich fragte, wie es mit mir weitergehen soll.

Ich musste meine Freude irgendwie rauslassen. Voller Stolz nahm ich die Bücher, ging damit zurück in mein Zimmer, platzierte meine Kamera mit Selbstauslöser auf dem Schreibtisch und machte dieses Foto für Facebook:

Die Freude ist unübersehbar, ebenso die jugendliche Unbedarftheit in Bezug auf Kleidungsstil und Frisur.

Ein paar Monate später war schließlich klar, dass ich nach Köln ziehen werde, um für EWTN zu arbeiten. Dort bin ich in diesem Jahr seit sechs Jahren. Die Mitarbeit an diesem Buch hat dazu geführt, dass mein Chef die Idee hatte, eine ganze Sendung zum Thema Beichte zu machen – gemeinsam mit Weihbischof Klaus Dick.

Ausschnitt aus der Serie “Rudolf will’s wissen – Warum beichten?”

Mit diesem wiederum verbindet mich mittlerweile fast schon eine Vater-Sohn-Beziehung. Alle drei bis vier Wochen gehe ich bei ihm beichten, erzähle ihm aus meinem Leben, bitte ihn um Rat. Er ist für mich zu einem wichtigen Begleiter geworden.

Dass sich das alles mal aus der Arbeit an einem so kleinen Büchlein entwickeln würde, konnte ich damals nicht ahnen. Dass meine Frisur nur unwesentlich besser werden würde, auch nicht.

Bestellen kann man das Ding übrigens immer noch für schlanke fünf Euro hier.

Ruhe in Frieden, Kardinal Meisner!

Am 5. Juli 2017 verstarb Joachim Kardinal Meisner. Der frühere Erzbischof von Köln hat sein Bistum geprägt wie nur wenige. Ich habe ihn – trotz aller Fehler und Schwächen – immer bewundert für seine Aufrichtigkeit. Er ist damit oft angeeckt und hat manche Menschen damit verletzt.

Hatte er sich erst mal in seinen “heiligen Zorn” hineingesteigert, war kaum jemand vor ihm sicher. Auch ich nicht.

Ein Jahr ist nun seit seinem Tod vergangen. Kurz vor dem Weltjugendtag 2016 in Krakau hatten wir von EWTN die Möglichkeit mit ihm zu sprechen. Es war ein denkwürdiges Interview, das er mit den Worten beendete:

“Gut, und jetzt hau ich ab!”

Kardinal Meisner wird uns auch weiterhin fehlen. Ruhe in Frieden!

Hier zum Beitrag: “Gut, und jetzt hau ich ab” – Meine letzte Begegnung mit Kardinal Meisner.

Alle Interviews mit den Trauergästen am Tag des Requiems von Kardinal Meisner gibt es hier.

 

Markus Hofmann über die Ökumene

Auf dem Katholikentag in Münster gab es viele Aufreger. Das Thema der Kommunion für konfessionsverschiedene Ehepaare wurde dabei besonders heiß diskutiert. Kardinal Marx hat sich mehrfach dafür ausgesprochen, aus der bisherigen Ausnahmeregelung die Regel zu machen, auch das ZdK und andere kirchensteuerfinanzierten Verbände blasen in dieses Horn. Echte Ökumene, so der Tenor, könne es nur dann geben, wenn die lästige Unterscheidung zwischen “Abendmahl” und “Eucharistie” aufgehoben ist.

Wohltuend ruhig und unaufgeregt hat sich am Rande des Katholikentags der neue Generalvikar Markus Hofmann zu den Fortschritten in der Ökumene geäußert und dabei auch noch Tipps gegeben, wie ein Leben nach dem Katholikentagsmotto “Suche Frieden!” gelingen kann.

Das Interview, das wir in der Medienmeile am Stand von EWTN gedreht haben, gibt es hier:

Photobomber und Mitarbeiter des Monats!

Beim “Fest der Jugend” am Pfingstwochenende konnte ich erneut meine Reife und den eigenen Anspruch, als erwachsener Mensch ernstgenommen zu werden, zum Ausdruck bringen.

Gott sei Dank wurde der perfekt durchchoreografierte Auftritt im Bewegtbild festgehalten (ab 5h 20min 20 sec):

Hiermit bewerbe ich mich als “Mitarbeiter des Monats”.

Der Katholikentag 2018 in Münster 2018

Vom 9. bis zum 13. Mai 2018 bin ich mit EWTN.TV beim Katholikentag in Münster gewesen und habe dabei auch für CNA Deutsch berichtet.

Für EWTN habe ich an der Sendung “EWTN vor Ort – Der Katholikentag in Münster” mitgearbeitet. Alle Videos und Interviews finden Sie hier in der Playlist.

Eine kurze  Übersicht über den Katholikentag mit Weiterverlinkungen zu dem ein oder anderen Artikel gibt es hier unter “Die 7 größten Aufreger des Katholikentags”.