Der Rauch war eindeutig weiß, ich konnte es sehen. Einen Moment lang schien mein Herz auszusetzen. Dann funktionierte auch mein Mund wieder. „Weißer Rauch, weißer Rauch“, stieß ich aufgeregt hervor, während ich mit meinen Augen weiter auf den Bildschirm vor mir starrte. Ich rief meine Worte in das Mikrofon, meine Kollegen saßen nur wenige Meter von mir entfernt im Übertragungswagen. Neben mir am TV-Set Martin Rothweiler, Programmdirektor von EWTN Deutschland. „Er ist weiß“, rief auch er.
Und dann musste alles ganz schnell gehen. Wir gingen live auf Sendung.
Als endlich das „Habemus Papam“ über den Platz erschallt, bekomme ich Gänsehaut. Wir kommentieren live. Wir warten, bis der Name des neuen Papstes auf Latein verkündet wird. Vor mir liegt ein fetter, roter Ordner. Ich hatte die Namen aller wahlberechtigten Kardinäle mit den wichtigsten Infos ausgedruckt und in alphabetischer Reihenfolge abgeheftet. Mein Zeigefinger liegt auf der Seite von „Kardinal Pietro Parolin“. Doch er wird es nicht. Ich muss ein bisschen weiter blättern.
Kardinal Robert Prevost – er ist es geworden. Und er wird nun nicht nur einen neuen Namen tragen, sondern auch neue Arbeitsklamotten.
Als Papst Leo XIV. endlich auf den Balkon des Petersdoms tritt, übersetzt bei uns am Set Pater Martin Wolf die ersten Worte des neuen Papstes. Alles geschieht in unserem Rücken, unser Set steht am Anfang der weltberühmten Via Della Conciliazione, der Petersplatz ist in unserem Rücken. Während Pater Martin live übersetzt, möchte ich mich kurz nach hinten um drehen, um den neuen Pontifex wenigstens kurz mit eigenen Augen zu sehen.
Doch der Obelisk steht zwischen uns. Er verdeckt mir den Blick auf den Balkon.
Die nächsten Stunden werden mir immer unvergesslich bleiben. Als weit nach Mitternacht zuhause endlich im Bett liege, werde ich noch lange brauchen, bis ich endlich einschlafen kann. Dieser 8. Mai 2025 war historisch.
Und ich war dabei.
Alle unsere Live-Sendungen rund um das Konklave 2025 finden Sie hier.
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