„Ich kann nur hoffen und beten, dass dieser Irrweg einfach bald ein Ende hat“ – mit diesen harten Worten hat Erzbischof Georg Gänswein den „Synodalen Weg“ kritisiert. In unserem Interview (hier in schriftlicher Form bei CNA Deutsch erschienen) hat der frühere Privatsekretär des verstorbenen Papstes Benedikt XVI. aus seinem Herzen definitiv keine Mördergrube gemacht.

Gemeinsam mit Tim Hotzelmann, einem Kameramann von EWTN Deutschland, war ich nach Vilnius geflogen, um für ein Kooperationsprojekt mit der katholischen Initiative MAKA mit Erzbischof Georg Gänswein über die Theologie von Papst Benedikt zu sprechen. Das haben wir schließlich auch. Doch zuvor wollten wir noch kurz über den „Synodalen Weg“ in Deutschland sprechen.

Wir sprachen auch über das neue Pontifikat von Papst Leo XIV. „Die Zwischenzeit, die hat doch mir sehr deutlich vor Augen geführt, dass – um es einmal etwas eigenwillig zu sagen – jetzt langsam wieder Normalität einkehrt“, sagte Gänswein und bezog sich dabei auf einen direkten Vergleich zwischen Papst Leo und seinem Vorgänger, dem verstorbenen Papst Franziskus.

Als ich den Erzbischof im vergangenen Juni 2025 in Rom interviewt hatte, hatte er eingeräumt, sich mit Papst Franziskus noch vor dessen Tod „wieder versöhnt“ zu haben (dieses Interview gibt es hier).

Papst Franziskus war derjenige, der Gänswein im Jahr 2024 zum Nuntius für die Baltischen Staaten ernannt hatte.

Doch auch aus der Ferne hatte der gebürtige Schwarzwälder die Geschehnisse in seinem Heimatland Deutschland weiter fest im Blick. Als ich ihn auf die Kritik am „Synodalen Weg“ anspreche, die von vielen Gläubigen geäußert wird, betont Erzbischof Gänswein, dass er die Sorgen der Kritiker nicht nur verstehe, sondern sie auch teile.

„Wer das Geschehen um den ‚Synodalen Weg‘ von Anfang an bis zum heutigen Tag verfolgt, der kann doch eine wichtige Sache sehen, nämlich, dass eine Reihe von Forderungen des ‚Synodalen Weges‘ vom Glauben wegführen, also nicht eine Klärung sind, die zum Glauben hinführen, sondern ganz bewusst vom Glauben wegführen“, so Gänswein wörtlich.

Dann ergänzt er: „Und ich kann nur hoffen und beten, dass dieser Irrweg einfach bald ein Ende hat.“

Allerdings: Es sieht nicht so aus, als ob die Gebete des Erzbischofs (schon jetzt) erhört worden sind. Glaubt man den letzten Verlautbarungen der deutschen Bischofskonferenz und des ZdKs, sind beide Gruppen weiterhin fest entschlossen, das umstrittene Konstrukt in Form einer „Synodalkonferenz“ zu verstetigen. Dafür scheint zumindest noch genügend Geld da zu sein.

Kirchensteuer, das wird teuer.

Hier das komplette Interview:

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