Heute vor zehn Jahren war ich mit meiner Familie bei meiner Tante in der Nähe von Würzburg zu Besuch. Es war Ostersonntag, ich hatte dort weit draußen in der fränkischen Prärie nur hin und wieder Internetempfang. Als ich gerade mit meinem Cousin vor die Tür ging, um im Innenhof ein bisschen gegen den Fußball zu treten, um das österliche Fresskoma zu bekämpfen, erreichte mich die Nachricht auf meinem Handy:
Mother Angelica ist tot.
Zu diesem Zeitpunkt arbeitete ich seit etwas mehr als zweieinhalb Jahren beim katholischen Mediennetzwerk EWTN in Köln. Ich hatte als blutjunger Volontär begonnen, der zunächst hauptsächlich mit Telefondienst, Zuschauerkommunikation und Pressemitteilungen beschäftigt wurde.
Irgendwann durfte ich mit dem Kölner Weihbischof Klaus Dick meine erste eigene Serie drehen. Ich fühlte mich wohl bei EWTN und konnte nicht ahnen, dass ich 2025 beim 25-jährigen Jubiläum des deutschen Ablegers immer noch dabei sein würde. Und schon gar nicht hätte ich mir träumen lassen, dass ich für EWTN irgendwann meinen Wohnsitz nach Rom verlegen und dann dort vom Konklave berichten würde.

2013, bei meinem ersten Vorstellungsgespräch mit Programmdirektor Martin Rothweiler hatte ich nicht erwähnt, dass ich noch nie eine Sendung von EWTN gesehen habe. Ich war nach Köln gekommen wegen eines Mädchens, das mir das Herz gebrochen hatte. Geblieben war ich wegen einer Frau, deren Herz für Jesus brannte und die manchmal im Fernsehen eine komische Augenklappe trug.
Ihr Name: Mother Angelica, die Gründerin von EWTN aus Amerika.
Nachdem ich im Sommer 2013 die Zusage für den Volontariatsplatz erhalten hatte, habe ich endlich ihre Biografie gelesen und war fasziniert. Im Internet sah ich mir alte Fernsehaufnahmen von ihr an (die von meiner späteren Chefredakteurin, Christina Blumrath, fantastisch auch auf Deutsch vertont worden sind). Der Geist, der Charme, der Witz dieser Fernsehnonne hatte mich gepackt.
„Wenn du nicht den Mut hast, etwas Lächerliches zu tun, kann Gott auch nichts Wunderbares daraus machen.“ – Mother Angelica
An anderer Stelle habe ich schon mal ausführlicher über meinen Weg und die Entwicklung von EWTN gesprochen. Als ich begann für den Sender zu arbeiten, war Mother Angelica bereits bettlägerig. Leider konnte ich ihr nie persönlich begegnen. Gleichwohl blieb ihr Geist immer präsent, auch durch die Sendungen, die sich auch noch 40 Jahre später großer Beliebtheit erfreuen.
Ich war sehr traurig, als ich vor zehn Jahren am Ostersonntag von ihrem Tod erfuhr. „Sie ist im Himmel“, hatte Papst Franziskus wenige Tage später gesagt (auch wenn das natürlich keine offizielle Heiligsprechung war).
Heute werden wir in Rom mit einer Heiligen Messe an Mother Angelica erinnern und für ihre verstorbene Seele beten. Wir tun dies direkt im Petersdom. Und wie es sich für das größte katholische Mediennetzwerk gehört, wird die Heilige Messe selbstverständlich live übertragen, im TV und im Internet-Livestream.
Ich werde leider nicht direkt im Petersdom dabei sein können. Wenn am heutigen Freitag um 16:00 Uhr die Heilige Messe beginnt, werde ich unweit des Petersdoms entfernt im Studio von EWTN Vatican sitzen und den deutschen Live-Kommentar übernehmen. Wenn Sie mögen, dann schalten Sie sich doch gerne dazu:
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