Nein, er ist nicht Bätzing. Und nein, es wird nicht alles besser.
Viele praktizierende Katholiken und Kritiker des „Synodalen Weges“ (oft dieselbe Personengruppe) haben wieder Hoffnung geschöpft, als der neugewählte Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz in seiner ersten Pressekonferenz selbstbewusst die Worte „Christus“ und „Evangelium“ in den Mund genommen hatte. Nach Bischof Bätzing habe man nun endlich wieder einen Vorsitzenden, der ein „geistlicher Mensch“ sei, hieß es mancherorts.
Schon zwei Tage nach seiner ersten Pressekonferenz, bei der Bischof Heiner Wilmer noch angekündigt hatte, „Christus ins Zentrum“ stellen zu wollen, kündigte er an, sich dafür einzusetzen, den umstrittenen „Synodalen Weg“ in Form einer Synodalkonferenz fortzuführen und sich in Rom dafür stark zu machen, dass künftig auch Laien predigen dürfen.
Mir scheint, als ob es vor allem die (gut)gläubigen Katholiken sind, die immer wieder in dieselbe Falle tappen. Ein paar fromme Worte reichen aus, um geistliche Würdenträger zu Galionsfiguren zu stilisieren. Menschlich verständlich, vor allem in Zeiten der Krisen sehnt man sich nach neuen Helden.
Doch zuverlässig setzt man dabei immer wieder aufs falsche Pferd. Warum passiert das immer wieder? Ist es verzweifelte Hoffnung? Oder nur eine katholische Form des Stockholm-Syndroms?
Natürlich schlägt der Trend bei manchen Leuten auch in die andere Richtung aus. Ein falsch gesetztes Wort, die Freundschaft mit der falschen Person oder ein einziger Auftritt ohne Priesterkragen können ausreichen, einen geistlichen Würdenträger als den Antichristen abzustempeln.
Beide Verhaltensweisen sind falsch. Verfrühtes Hochjubeln ist naiv, verfrühtes Verurteilen ist bösartig.
Öffentliche Worte von öffentlichen Personen sollte man nicht geringachten, man darf sie aber auch nicht auf die Goldwaage legen. Letzlich erkennt man einen Menschen an seinen Taten, nicht an seinen Worten.
Doch was bedeutet das für einen Katholiken, der sich um den Zustand der Katholischen Kirche in Deutschland ernsthaft Sorgen macht und sich endlich mal wieder einen Aufbruch wünscht?
Nun, es gilt das, was der Psalmist schon immer wusste:
„Besser, sich zu bergen beim Herrn, als auf Fürsten zu bauen“ (Psalm 118).
Gilt auch für Kirchenfürsten, übrigens.
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