Als ich am Morgen des 28. Februar 2026 von den Nachrichtenmeldungen geweckt wurde, dass Israel gemeinsam mit den USA einen groß angelegten Angriff auf den Iran gestartet hat, war mir klar, dass es nicht lange dauern würde, bis es zu einer Gegenreaktion kommen würde. Nur wenige Stunden später: Raketenalarm in Israel! Der Nahe Osten brannte wieder. (Oder immer noch?)
Genau drei Wochen zuvor bin ich selbst noch in Israel gewesen. Für EWTN habe ich an einem neuen Pilotprojekt gearbeitet. Gemeinsam mit der katholischen Pilgerorganisation „Nativitiy Pilgrimage“ haben wir an den wichtigsten Orten gedreht, an denen Jesus einst wirkte. Wir waren in Bethlehem, Nazareth, am See Genezareth und sind selbstverständlich auch den Kreuzweg in Jerusalem abgeschritten.

„Wer ist Jesus?“ – das ist die Frage, der wir nachgegangen sind. Kluge Theologen haben viele kluge Bücher geschrieben über Jesus. Doch der Glaube und die Theologie erhält eine neue Dimension, wenn man selbst den Spuren Jesu nachläuft. Auch 2.000 Jahre später hat es mich zutiefst berührt, dort zu sein, wo Er gewesen ist.
Es scheint zwar zunächst wie eine abgedroschene Plattitüde zu klingen, aber die Leute haben Recht, wenn sie sagen: Das Heilige Land ist das Fünfte Evangelium.
Und hier irrte Kardinal Pizzaballa
Am 2. Februar, einem Montag, hatten wir dann unseren Termin beim Lateinischen Patriarchen von Jerusalem. Kardinal Pierbattista Pizzaballa ist ein großgewachsener Norditaliener, der seit 1990 im Heiligen Land lebt. „Ist Ihnen eigentlich aufgefallen, dass Sie schon jetzt mehr Jahre in Israel verbracht haben als Jesus“, fragte ich ihn grinsend, während wir noch die Kamera einrichteten. Er rechnete kurz nach, dann lachte er.
Doch dann wurde es wieder ernst.
In unserem Interview fragte ich ihn auch zur Lage der Christen hier im Heiligen Land (CNA Deutsch hat das gesamte Interview verschriftlicht, übersetzt und hier veröffentlicht). „Das Leben der Christen hier wird von Tag zu Tag komplizierter“, sagte der Kardinal und beschrieb ein wenig die politischen und sozialen Schwierigkeiten, denen die meist arabischstämmigen Christen in diesem Land zwischen Juden und Muslimen ausgesetzt sind.
Pizzaballa wies darauf hin, dass die meisten Menschen hier vom Tourismus leben. Dieser bliebe aufgrund der angespannten Lage natürlich momentan fast aus, sodass sich die wirtschaftlichen Herausforderungen verstärkten.
„Sie laden weiterhin Pilger ein, hierher zu kommen“, entgegnete ich, „ist es unter den gegenwärtigen Umständen denn wirklich sicher, ins Heilige Land zu reisen?“
Kardinal Pizzaballa antwortete ruhig und klar.
„Es ist sicher“, sagte er. „Die Orte, an denen wir derzeit Probleme haben, wie in Gaza, werden von den Pilger ohnehin seit Jahrzehnten nicht mehr besucht. Aber Bethlehem, Jerusalem, Nazareth, der See Genezareth, all diese Orte sind absolut sicher. Pilgerfahrten sind sicher. Und die Menschen hier, Juden, Muslime und Christen, werden sich sehr freuen, die Pilger zu empfangen.“
Dann kam der Krieg
Am 7. Februar verließ ich Israel wieder und flog nach Rom zurück. Genau drei Wochen später begann der Krieg. Wirklich „sicher“ ist in Israel nun keiner mehr.
Welche Auswirkungen das langfristig auch auf das Leben der Christen im Heiligen Land haben wird, ist immer noch nicht abzusehen.
Hier ist unser Interview im Original:
Hier ist unser Interview mit deutscher Übersetzung:
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